Nvidia übernimmt Hugging Face — Berichten zufolge für 12,9 Milliarden Dollar
TechCrunch berichtete am 26. August, Nvidia stehe kurz vor der Übernahme von Hugging Face. Einen Tag später meldete The Information, der Chipkonzern habe einem Kauf für 12,9 Milliarden Dollar zugestimmt.
Business Insider schrieb parallel von ernsthaften Gesprächen über mehr als 13 Milliarden Dollar, allerdings ohne abgeschlossenen Vertrag. Daher kursieren zwei Summen. Bloomberg, CNBC, Fortune und Reuters übernahmen die Meldung durchgehend mit dem Zusatz „report says“.
Bestätigt ist bislang nichts davon. Im Nvidia-Newsroom stand am 28. August kein Wort zu Hugging Face, obwohl der Konzern dort zwei Tage zuvor 96,2 Milliarden Dollar Quartalsumsatz gemeldet hatte. Der Hugging-Face-Blog schweigt ebenfalls. Beide Firmen lehnten am 27. August gegenüber Reuters einen Kommentar ab, von Jensen Huang und Clem Delangue gibt es keine Aussage zum Deal.
Gekauft würde die zentrale Ablage der offenen KI-Welt. Anfang 2026 zählte Hugging Face über 13 Millionen registrierte Nutzer, rund 2,5 Millionen Modelle und 950.000 Datensätze, bei zuletzt mehr als 150 Millionen Dollar annualisiertem Umsatz. Der Kern des Angebots sind offene Gewichte, also frei herunterladbare Modelle, die jeder auf eigener Hardware betreiben kann. Auch Alibaba veröffentlichte Qwen3.8-Max dort.
Interessant wird die Sache durch die Vorgeschichte. Vor gut neun Monaten lehnte Hugging Face eine Nvidia-Investition von 500 Millionen Dollar bei einer Bewertung von sieben Milliarden ab. Die Begründung damals: Kein einzelner Investor dürfe über neutrale Infrastruktur bestimmen. Jetzt soll dieselbe Firma demselben Investor komplett gehören, zum knapp Doppelten der damaligen Bewertung.
Ein Modell-Repository dieser Größe im Besitz eines Chipherstellers wäre eine vertikale Übernahme, die in der EU und den USA prüfungspflichtig wäre, in Großbritannien vermutlich ebenfalls. Die Kernfrage der Behörden dürfte lauten, ob Nvidia die neutrale Hosting-Schicht zugunsten der eigenen Hardware kippt, also zulasten von AMD, Intel und den hauseigenen Chips der Cloud-Anbieter. Beim Kauf von Run:ai gab es dieselbe Debatte schon einmal.
Bis eine der beiden Firmen etwas sagt, bleibt das ein Bericht über eine Einigung. Kein Vollzug.
Einfach erklärt
Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Medien-Sweep (TechCrunch, The Information, CNBC)
Quellenlage: 5 unabhängige SträngeWie wir bewerten →
Hinweis: Die Quellenliste weiter unten auf dieser Seite enthält dieselben Links wie dieser Graph.
- Nvidia Newsroom (keine Meldung zur Übernahme, Stand 28.08.2026)86Offizieller Kanal · 14/14 bestanden
- Hugging Face Blog (keine Meldung zur Übernahme, Stand 28.08.2026)86Offizieller Kanal · 18/18 bestanden
- The Information, 27.08.202680Redaktionsmedium · 4/4 bestanden
- CNBC, 27.08.202689Redaktionsmedium · 81/82 bestanden
- TechCrunch, 26.08.202689Redaktionsmedium · 57/58 bestanden