Nvidia kündigt NVHBM an und verlegt den Speichercontroller in den Speicherstapel
Nvidia hat NVHBM angekündigt, eine kundenspezifische Base-Die-Technologie für schnellen Grafikspeicher. Kein eigener Speicherchip aus eigener Fertigung: Nvidia liefert das Design, fertigen sollen es die bekannten Speicherhersteller.
Technisch geht es um einen Umzug. Der Speichercontroller sitzt bisher auf dem Rechenchip, bei NVHBM wandert er in den untersten Chip des 3D-Speicherstapels, zusammen mit einer eigens ausgelegten Custom-PHY.
Gegenüber Standard-HBM4E nennt Nvidia bis zu 30 Prozent mehr Speicherbandbreite pro Stack und 15 Prozent weniger Leistungsaufnahme des Speichers. Die Fläche für PHY und Stützlogik schrumpft demnach um bis zu 67 Prozent gegenüber dem JEDEC-Standard.
Der frei werdende Platz auf dem Hauptchip lässt sich für Rechenwerke verwenden. Wie viel Platz genau, da ist sich Nvidia selbst nicht einig: Der Konzern-Blog nennt an einer Stelle 25 Prozent, der Developer-Blog 30 Prozent. Zwei Hausmitteilungen, zwei Zahlen.
Den Gesamteffekt beziffert Nvidia auf 30 Prozent mehr Leistung pro XPU. In einem Rechenzentrum mit einem Gigawatt Anschlussleistung und Beschleunigern zu je 2.000 Watt reiche die eingesparte Energie für bis zu 15.000 zusätzliche XPUs.
Angebunden wird NVHBM über NVLink Fusion, also ausdrücklich auch an fremde Chips. Als ersten Partner nennt Nvidia Amazons Annapurna Labs. Dass Nvidia seine Speicheranbindung Fremdentwicklern öffnet, passt zum Bild der letzten Wochen, in dem selbst Google für seine zehnte TPU-Generation AMD an Bord geholt haben soll.
Was in beiden Blogs fehlt, ist eine ganze Menge: absolute Bandbreiten, Kapazitäten, ein Startdatum, eine GPU-Generation. Und kein einziger Speicherhersteller mit Namen, nur „validated and offered by leading memory partners“.
Bei SK Hynix stand am 28. August nichts dazu im Newsroom, eine Bestätigung von Samsung ist ebenfalls nicht auffindbar. Samsung zeigte laut Sekundärberichten am 23. August auf der Hot Chips 2026 mit cHBM eine eigene Variante derselben Idee.
Für die Preisfrage ändert das vorerst nichts. Weniger Fläche und weniger Strom pro Stapel senken die Kosten je gelieferter Bandbreite, an der Knappheit selbst arbeitet die Technik nicht mit: TrendForce erwartet, dass Nvidia seine Serverpreise 2027 um über 15 Prozent anhebt, weil die HBM-Verträge davonlaufen. Wer im Rechenzentrum plant, rechnet also weiter mit teurerem Speicher, nur mit etwas effizienter genutztem.
Einfach erklärt
Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Medien-Sweep (Nvidia-Blog, heise)
Quellenlage: 4 unabhängige SträngeWie wir bewerten →
Hinweis: Die Quellenliste weiter unten auf dieser Seite enthält dieselben Links wie dieser Graph.
- NVIDIA NVLink Fusion Expands With NVHBM / NVIDIA Blog86Offizieller Kanal · 8/8 bestanden
- NVIDIA Technical Blog91Offizieller Kanal · 3/3 bestanden
- heise online90Redaktionsmedium · 35/35 bestanden
- Tom's Hardware89Redaktionsmedium · 60/61 bestanden
- Keine NVHBM-Mitteilung im SK-hynix-Newsroom (Stand 28.08.2026)86Offizieller Kanal · 9/9 bestanden