Samsung steigt bei Eindhovener KI-Chip-Startup ein, Ex-ASML-Chef wird Aufsichtsratsvorsitzender
Das niederländische Chip-Startup EUCLYD hat am 15. September eine Series A über mehr als 200 Millionen Euro bekanntgegeben. Sitz ist der High Tech Campus Eindhoven. In US-Medien läuft der Betrag als 230 beziehungsweise 231 Millionen Dollar, das ist dieselbe Summe in anderer Währung.
Als Co-Lead treten gleich vier Geldgeber auf: Samsung, Somerset Capital Partners, der von EQT verwaltete Scaleup Europe Fund und Innovation Industries. Dazu kommen EIFO, Dänemarks Export- und Investitionsfonds, imec.xpand, die Brabant Development Agency (BOM) und Quadri. Eine Bewertung wurde nicht veröffentlicht.
Gegründet wurde Euclyd 2024 von Bernardo Kastrup als CEO und Atul Sinha. Den Aufsichtsratsvorsitz hat Peter Wennink übernommen, bis 2024 Chef von ASML.
Gebaut wird keine GPU. Euclyd entwickelt eine eigene Architektur für Inferenz und will Prozessor, Speicherarchitektur und Rechenzentrumssysteme als ein Paket liefern. Die Produktnamen stehen schon fest: craftwerk, nach eigener Darstellung „the world’s first agentic AI silicon“, und die craftwerk station CWS, eine Exascale-Anlage, für die das Unternehmen den niedrigsten Stromverbrauch seiner Klasse beansprucht.
Kastrups Fahrplan sieht die ersten physischen Chipsysteme für 2028 vor, bis 2030 sollen es mehrere Tausend Unternehmenskunden sein. Zu Samsung sagte er, der Konzern bringe über das Kapital hinaus Speicherfertigung, Engineering, Lieferkette und Netzwerk mit.
Dede Goldschmidt, SVP bei Samsung Electronics, wird in der Euclyd-Mitteilung mit dem Satz zitiert, Euclyd verbinde ein erfahrenes Team mit einem eigenständigen Ansatz für die Engpässe in KI-Rechenzentren. Eine eigene Meldung dazu auf news.samsung.com ließ sich nicht finden, Stand 15. September. Samsungs Beteiligung ist also über das Zitat in der Mitteilung des Startups belegt, nicht über eine Mitteilung des Konzerns selbst.
Samsung war schon tags zuvor bei der Series D von Mistral dabei. Zweimal europäische KI-Infrastruktur an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, beide Male als Co-Investor und nicht als Käufer.
Zwei Jahre bis zum ersten Chip, und das Geld liegt jetzt schon auf dem Tisch. Für einen europäischen Halbleiter-Neugründer war das zuletzt selten zu sehen. Ob aus craftwerk je etwas wird, entscheidet sich frühestens 2028, und bis dahin muss Euclyd 200 Millionen Euro lang gegen Anbieter antreten, deren Karten heute schon in den Racks stecken.
Einfach erklärt
Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Medien-Sweep (CNBC, EU-Startups); Primärquelle Euclyd-Pressemitteilung
Quellenlage: 5 unabhängige SträngeWie wir bewerten →
Hinweis: Die Quellenliste weiter unten auf dieser Seite enthält dieselben Links wie dieser Graph.
- EUCLYD: Raises over 200 million to break the AI efficiency wall (Pressemitteilung)50Aggregator · 4/4 bestanden
- CNBC: Samsung backs Dutch AI chip startup Euclyd89Redaktionsmedium · 81/82 bestanden
- EU-Startups: Dutch AI chip startup Euclyd lands 200 million Series Aim AufbauRedaktionsmedium
- Bits&Chips: Euclyd raises over 200 million to build AI infrastructure platformim AufbauRedaktionsmedium
- Techzine: Eindhoven-based Euclyd raises 200 million for more energy-efficient AI chipsim AufbauRedaktionsmedium
- Keine eigene Mitteilung auf news.samsung.com zu diesem Investment auffindbar (Stand 15.09.2026)86Offizieller Kanal · 5/5 bestanden