Chipausrüster verlieren stärker als die Chipdesigner
Am Montag, 14.09.2026, verloren die Zulieferer der Chipfabriken deutlich mehr als die Unternehmen, die die Chips entwerfen. Arm Holdings schloss bei 239,01 Dollar und damit 9,74 Prozent im Minus, Lam Research bei 273,49 Dollar (minus 8,29 Prozent), Marvell bei 218,82 Dollar (minus 7,32 Prozent), GlobalFoundries bei 43,54 Dollar (minus 7,26 Prozent).
Weiter die Schlusskurse desselben Handelstags: ASML-ADR 1.575,15 Dollar (minus 7,25 Prozent), Applied Materials 424,21 Dollar (minus 7,07 Prozent), KLA 169,09 Dollar (minus 6,39 Prozent), Intel 97,19 Dollar (minus 5,6 Prozent), Micron 924,03 Dollar (minus 5,3 Prozent), Broadcom 344,72 Dollar (minus 4,77 Prozent), AMD 493,41 Dollar (minus 4,4 Prozent), TSMC-ADR 418,01 Dollar (minus 3,52 Prozent) und Nvidia 210,96 Dollar (minus 3,36 Prozent). Der iShares Semiconductor ETF gab laut CNBC um 5,6 Prozent nach.
Der Anlass lag im Wochenende. Dario Amodei hatte seinen Essay „We Must Pace the Frontier“ veröffentlicht, Sam Altman stimmte mit „I agree with Dario“ zu, Elon Musk mit „Dario is right“ (unser Bericht dazu). Dazu kam Altmans Aussage in einem am Samstag veröffentlichten Fortune-Interview, OpenAI gehe 2026 nicht an die Börse. Trump wies die Rufe am Sonntag zurück, was in Washington eine eigene Debatte angestoßen hat.
Interessant ist die Staffelung innerhalb der Branche. Die Auftragsbücher der Ausrüster hängen an den Kapazitätsplänen der Fabs, und diese Pläne haben längere Vorlaufzeiten als eine Chipbestellung. Wer die Maschinen liefert, sitzt also weiter vorn in der Kette als wer die Chips entwirft, und bekommt jede Planänderung entsprechend früher zu spüren.
Die Yahoo-Finance-Analyse „Chip Equipment Stocks Slide as AI Pacing Call Reaches Fab Spending“ dokumentiert genau diesen Zusammenhang: Die Sorge sei, dass die KI-Investitionen, die die Fab-Ausrüstungsbestellungen durch 2026 getragen haben, langsamer laufen könnten als in den Unternehmensprognosen unterstellt. ASML hatte seinen Jahresausblick 2026 angehoben und für 2027 den Ausbau der Low-NA-EUV- und DUV-Immersionskapazität angekündigt.
An den Geschäftszahlen lag es nicht. Applied Materials meldete zuletzt ein Rekordquartal mit 9,12 Milliarden Dollar Umsatz, 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Lam Research kam im Juni-Quartal auf plus 30 Prozent und stellt für das September-Quartal 8,1 Milliarden Dollar in Aussicht.
Am selben Tag lief eine Gegenbewegung. Cybersecurity-Titel legten zu, weil Anleger die Sicherheitswarnung als Argument für höhere Security-Budgets lasen. CrowdStrike schloss rund 14 Prozent höher auf einem Rekordschluss über 235 Dollar, Zscaler und SentinelOne jeweils etwa 15 Prozent, Palo Alto Networks zwischen 11 und 12,8 Prozent. Diese Zahlen sind Schlusskurs-Veränderungen, die Quellen geben sie nur gerundet beziehungsweise als Spanne an.
Präziser sind die Softwarewerte: ServiceNow 142,35 Dollar (plus 7,41 Prozent), Salesforce 259,43 Dollar (plus 4,73 Prozent), Alphabet 349,39 Dollar (plus 3,22 Prozent).
Broadcom-CEO Hock Tan sagte CNBC, an den KI-Halbleiterprognosen ändere sich nichts: 115 Milliarden Dollar KI-Halbleiterumsatz im Geschäftsjahr 2027, 230 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2028. Anthropic sei auf dem Weg, 2027 und 2028 Broadcoms größter Custom-Chip-Kunde zu werden.
CrowdStrike-CEO George Kurtz widersprach dem Verlangsamungs-Ansatz inhaltlich. Gefährliche Modelle seien längst öffentlich verfügbar, „the genie’s out of the bottle“; sinnvoller sei gemeinsame Absicherung im Labor und im laufenden Betrieb. Die Aktie seines Unternehmens war an diesem Tag der größte Profiteur der Debatte, die er gerade für falsch angelegt erklärte.
Am Dienstag, 15.09.2026, drehten die asiatischen Kurse. Die SoftBank Group schloss in Tokio bei 6.279,00 Yen, ein Plus von 440,00 Yen oder 7,54 Prozent gegenüber dem Montagsschluss von 5.839,00 Yen, nachdem das Papier am Montag zweistellig verloren hatte. Der Nikkei 225 stieg im Frühhandel um 0,8 Prozent auf 63.993,22 Punkte und gab dann teilweise nach, auf plus 0,2 Prozent bei 63.621,08 Punkten.
Ebenfalls im Plus: SK Hynix 1,62 Prozent, Samsung Electronics 0,9 Prozent, Kioxia 2,73 Prozent nach Berichten über eine mögliche ADR-Notierung im Volumen von mindestens 10 Milliarden Dollar.
In der US-Vorbörse lagen am 15.09. gegen 7:40 bis 7:44 Uhr EDT ASML mit 3,03 Prozent vorn (1.622,93 Dollar), dahinter Lam Research mit 1,65 Prozent (278,00 Dollar), Applied Materials mit 1,55 Prozent (430,80 Dollar), KLA mit 1,41 Prozent (171,48 Dollar), Marvell mit 1,32 Prozent (221,72 Dollar), Arm mit 1,21 Prozent (241,90 Dollar) und TSMC mit 0,47 Prozent (420,40 Dollar). Im Minus notierten GlobalFoundries mit 0,09 Prozent (43,50 Dollar), Salesforce mit 1,52 Prozent (255,37 Dollar) und Alphabet mit 0,96 Prozent (346,05 Dollar). Das sind Vorbörsenkurse, keine Schlusskurse.
Einfach erklärt
Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Sammler-Dossier (CNBC, Yahoo Finance) + Kursdaten des Sammlers
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Hinweis: Die Quellenliste weiter unten auf dieser Seite enthält dieselben Links wie dieser Graph.
- Yahoo Finance: Kursdaten Arm Holdings und Vergleichswerte49Aggregator · 34/35 bestanden
- The Motley Fool: Why Micron, Intel, AMD Chip Stocks Fell Today80Redaktionsmedium · 7/7 bestanden
- Yahoo Finance / 24-7 Wall St.: Chip Equipment Stocks Slide as AI Pacing Call Reaches Fab Spending49Aggregator · 34/35 bestanden
- Yahoo Finance / 24-7 Wall St.: Cybersecurity Stocks Surge on AI Safety Debate49Aggregator · 34/35 bestanden
- CNBC: Broadcom CEO on Anthropic's slowdown push, AI revenue targets haven't changed89Redaktionsmedium · 81/82 bestanden
- CNBC: CrowdStrike CEO on Anthropic's AI safety warning89Redaktionsmedium · 81/82 bestanden
