MediaTek nennt 30 Milliarden Parameter fürs Handy und verschweigt den Speicherbedarf
MediaTek hat am 15. September den Dimensity 9600 Pro vorgestellt, gefertigt in 2 nm, dazu die Variante 9600M. In der offiziellen Pressemitteilung steht die Unterstützung für Modelle bis 30 Milliarden Parameter direkt auf dem Gerät. Die Produktseite ergänzt, der Chip unterstütze Mixture of Experts als Inferenzform auf dem Telefon sowie Techniken für Edge-Training.
Der CPU-Aufbau lautet 2 plus 3 plus 3, ausschließlich große Kerne: zwei C2-Ultra mit 4,55 GHz, drei C2-Pro mit 4,35 GHz, drei C2-Pro mit 3,1 GHz. Dazu 34,5 Megabyte Cache, LPDDR6-10667 und UFS 5.0.
Für KI sind zwei NPU-Blöcke zuständig, die MediaTek Agentic AI Engine nennt. Eine Super Efficient NPU der zweiten Generation soll bei dauerhaft mitlaufender KI 40 Prozent weniger verbrauchen, die NPU 1090 liefert laut Hersteller 51 Prozent mehr LLM-Prefill, 55 Prozent mehr erzeugte Token pro Watt und die doppelte INT4-Rechenleistung gegenüber der Vorgeneration.
Wie ein Modell mit 30 Milliarden Parametern in ein Telefon passt, beantworten diese Unterlagen aber nicht. MediaTek nennt weder aktive Parameter pro Token noch Quantisierungsstufe noch benötigten Arbeitsspeicher. Bei einem Mixture-of-Experts-Modell rechnet pro Token nur ein Bruchteil der Experten, im Speicher liegen muss trotzdem jeder einzelne davon. Genau dieser Engpass bleibt unbeziffert.
Zur Größenordnung eine eigene Überschlagsrechnung, keine Herstellerangabe: 30 Milliarden Parameter belegen in INT4 allein für die Gewichte etwa 15 Gigabyte, der KV-Cache kommt obendrauf. Wie sich das in einem Gerät mit Telefonbudget ausgeht, wäre die interessanteste Zahl der ganzen Ankündigung, und sie fehlt. PrismML, das ein 27-Milliarden-Modell auf 5,9 Gigabyte drückt, hat vergangene Woche vorgeführt, dass man diese Frage durchaus beantworten kann.
vivo zeigte einen Tag später auf seiner Developer Conference den Coding-Agenten BlueCode, OriginOS 7, BlueOS 4 und den Software-Stack BlueLM. Ein BlueLM-MoE mit 30 Milliarden Parametern für den Einsatz auf dem Gerät wird dort erkundet, mehr steht da nicht: kein Produkt, kein Termin. JC Hsu, Corporate SVP bei MediaTek, sagt, KI stehe im Zentrum der Smartphone-Erfahrung und Geräte brauchten mehr Leistung, Effizienz und Intelligenz, um mit den Anforderungen Schritt zu halten. Konkreter wird es nicht.
Erste Geräte mit 9600 Pro und 9600M sollen noch im dritten Quartal 2026 kommen; in der Berichterstattung tauchen Xiaomi, Oppo und vivo als Partner auf, MediaTeks Mitteilung nennt keinen Hersteller beim Namen. Dass die Speicherfrage die eigentliche ist, zeigen zwei Meldungen der vergangenen Woche: Qualcomms Umbau der Hexagon-NPU für Agenten und Perplexitys lokaler Agent, der erst ab 24 Gigabyte Grafikspeicher läuft.
Qualcomm hält vom 22. bis 24. September seinen Snapdragon Summit ab und zeigt dort Snapdragon 8 Elite Gen 6 und 8 Elite Gen 6 Pro, laut Leaks ebenfalls in 2 nm. Ob dort jemand eine Speicherzahl nennt, ist die Frage dieser Woche.
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- MediaTek Pressemitteilung (offiziell)im AufbauOffizieller Kanal
- MediaTek Produktseite (MoE-Wortlaut)im AufbauOffizieller Kanal
- DIGITIMES80Redaktionsmedium · 7/7 bestanden
- TechNode (vivo Developer Conference)80Redaktionsmedium · 12/12 bestanden
- Qualcomm Snapdragon Summit86Offizieller Kanal · 4/4 bestanden
