OpenAI-Papier nennt 278 Milliarden Dollar Mittelabfluss bis 2030
Eine interne Unternehmenspräsentation von OpenAI weist für die Jahre 2026 bis Ende 2030 einen kumulierten negativen Free Cash Flow von rund 278 Milliarden Dollar aus. Die Financial Times hat das Papier eingesehen und am 18. September 2026 darüber berichtet, The Information und Reuters zogen nach. Entstanden ist die Präsentation im Juli 2026 im Zusammenhang mit einem Compute-Deal.
Der größte Posten darin sind rund 856 Milliarden Dollar für Compute und Infrastruktur bis Ende 2030. Dem stehen Umsätze gegenüber, die von 36 Milliarden Dollar im Jahr 2026 auf 350 Milliarden Dollar im Jahr 2030 steigen sollen, also fast eine Verzehnfachung. Über die fünf Jahre summiert ergibt das rund 840 Milliarden Dollar Umsatz, weniger als die Kosten.
Die im März 2026 aufgenommenen 122 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 852 Milliarden reichen bei dieser Verbrauchsrate bis etwa 2028. OpenAI führt bereits frühe Gespräche über eine neue Runde, im Raum steht eine Bewertung von 1,2 Billionen Dollar. Zu den Zahlen selbst hat sich das Unternehmen bis heute nicht geäußert. Reuters vermerkt, OpenAI sei außerhalb der Geschäftszeiten nicht erreichbar gewesen, eine spätere Bestätigung oder ein Dementi ist nicht auffindbar.
Am Wochenende kam der Kontrapunkt. SoftBank platziert am 20. und 21. September rund zehn Milliarden Dollar in Dollar-Anleihen mit Laufzeiten von 3,5, 5,5 und 7,5 Jahren, dazu eine Milliarde Euro über vier und sechs Jahre.
Zusammen über elf Milliarden Dollar. Das Papier ist eine Hochzinsanleihe, und die Emission zählt zu den größten, die es in diesem Segment je gab.
Der Erlös finanziert die dritte Tranche von zehn Milliarden Dollar der OpenAI-Folgeinvestition. Das Pricing ist für den 24. September vorgesehen, das Settlement für den 29., der Abschluss zum 1. Oktober.
Als Bookrunner treten Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley auf. Insgesamt hat SoftBank OpenAI rund 65 Milliarden Dollar zugesagt. Ein Term Sheet liegt vor, eine eigene Pressemitteilung von SoftBank dazu ist nicht auffindbar.
Bei der großen Zahl lohnt die Genauigkeit: 278 Milliarden Dollar sind kein Verlust, sondern der aufsummierte Mittelabfluss über fünf Jahre, und er entsteht überwiegend durch den Bau von Rechenkapazität. Wer daraus „OpenAI verbrennt 280 Milliarden“ macht, transportiert eine Insolvenznähe, die die Zahl nicht hergibt. Dass die Präsentation aus einem Leak stammt und niemand sie bestätigt hat, gehört in denselben Satz.
Die Gleichzeitigkeit darf man trotzdem bemerkenswert finden. In der Woche, in der OpenAIs Mittelbedarf öffentlich wird, verschuldet sich der größte Geldgeber am Hochzinsmarkt, um die nächste Rate stemmen zu können. Dazu passen Anthropics Nasdaq-Pläne und der 45-Milliarden-Vertrag mit Nscale über Rechenkapazität, und es passt auch SoftBanks Kurssturz von 11,2 Prozent vor einer Woche.
Die offene Frage ist nicht, ob das Geld fließt. Es fließt. Sie lautet, wie oft sich diese Kette aus Zusage, Anleihe und nächster Runde wiederholen lässt, bevor einer der Beteiligten eine Zahl sehen will, die nicht aus einer Planung stammt.
Einfach erklärt
Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Medien-Sweep (Financial Times, Bloomberg, The Information)
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- Reuters via Investing.com (FT als Primärquelle, 18.09.2026)50Aggregator · 12/12 bestanden
- The Information80Redaktionsmedium · 4/4 bestanden
- Bloomberg90Redaktionsmedium · 35/35 bestanden
- Japan Timesim AufbauRedaktionsmedium
- Golem.de90Redaktionsmedium · 8/8 bestanden
