Moonshot AI stellt Kimi K3 vor — 2,8 Billionen Parameter, Gewichte aber erst angekündigt
Moonshot AI hat am 16.07.2026 über den eigenen Blog das Modell Kimi K3 vorgestellt — ohne Konferenzbühne, ohne Vorlaufkampagne. Nutzbar war es sofort: über kimi.com, die Produkte Kimi Work und Kimi Code sowie die Kimi-API. Zwei Varianten stehen bereit, K3 Max für Chat und Agentenbetrieb und K3 Swarm Max für paralleles Arbeiten an mehreren Aufgaben.
Technisch ist K3 ein Sparse Mixture-of-Experts-Modell, das Moonshot „Stable LatentMoE“ nennt. Rund 2,8 Billionen Parameter stecken insgesamt darin, pro Token sind aber nur 16 von 896 Experten aktiv — etwa 1,8 Prozent des Pools. Das Kontextfenster liegt nativ bei einer Million Token, Bild- und Textverarbeitung sind von Grund auf integriert. Als Neuerungen führt Moonshot Kimi Delta Attention, Attention Residuals, Per-Head Muon und Quantile Balancing an; die Skalierungseffizienz soll rund das 2,5-Fache von Kimi K2 betragen. Trainiert wurde quantisierungsbewusst mit MXFP4-Gewichten.
Der wichtigste Punkt steht nicht in der Überschrift, sondern im Kleingedruckten: Die offenen Gewichte sind angekündigt, aber am 20.07.2026 nicht veröffentlicht. Moonshot nennt als Termin „bis 27.07.2026“ und als Lizenz eine modifizierte MIT-Variante. Auf huggingface.co/moonshotai liegt bislang kein K3-Repository, das neueste Modell dort ist Kimi-K2.7-Code. Damit ist die verbreitete Formulierung vom „größten öffentlich verfügbaren Modell“ verfrüht. Ebenfalls falsch ist die kursierende Behauptung, K3 sei auf der GTC 2026 vorgestellt worden — dort sprach Firmenchef Yang Zhilin am 17.03.2026 über Kimi K2.5.
Die Leistungsdaten stammen sämtlich von Moonshot selbst. Im Berufe-Benchmark GDPval-AA v2, der 44 Berufe aus neun Branchen abdeckt, erreicht K3 1.687 Punkte und damit Rang 3 hinter Claude Fable 5 Max (1.815) und GPT-5.6 Sol Max (1.747,8). In der Frontend-Code-Arena, einem Blindtest durch Entwickler, steht K3 mit 1.679 Punkten auf Rang 1. Preislich greift die bekannte chinesische Strategie: 3,00 USD je Million Input-Token, 0,30 USD bei Cache-Treffer, 15,00 USD je Million Output-Token. GLM-5.2 verlangt im Output 4,40 USD, DeepSeek V4 sogar nur 0,87 USD — Claude Fable dagegen 50 USD. Hinter dem Modell steht ein Unternehmen, das es erst seit März 2023 gibt: Moonshot AI aus Peking, gegründet vom heute 34-jährigen Yang Zhilin (Tsinghua, Ph.D. an der Carnegie Mellon, zuvor Meta AI und Google Brain), zuletzt mit rund 20 Mrd. USD bewertet.
Die Börsen reagierten prompt. Am Freitag, dem 17.07.2026, schloss Nvidia 2,2 Prozent im Minus, der Nasdaq gab 1,4 Prozent nach, Taiwans Leitindex verlor 6 Prozent — nachzulesen im Chip-Ausverkauf, den wir heute gesondert aufarbeiten. Viele Medien zogen Parallelen zum DeepSeek-Schock vom Januar 2025. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Nur einen Tag später gründete China auf der WAIC in Shanghai eine eigene KI-Organisation, und offene Modelle sind das Kernargument dieser Strategie. Gleichzeitig verschärft K3 den Wettlauf der Spitzenmodelle, in dem westliche Anbieter ihre Termine gerade eng takten. Für Anwender in Europa gilt bis zum 27.07.: alles, was K3 heute leistet, leistet es auf Moonshots Servern in China.
Einfach erklärt
Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Medien-Sweep (Fortune, CNBC) + Sammler-Dossier
Quellenlage: 4 unabhängige SträngeWie wir bewerten →
Hinweis: Die Quellenliste weiter unten auf dieser Seite enthält dieselben Links wie dieser Graph.
- Kimi K3 — offizieller Ankündigungsblogim AufbauOffizieller Kanal
- Moonshot AI auf HuggingFace (kein K3-Repo, Stand 20.07.2026)86Offizieller Kanal · 18/18 bestanden
- Markets experience new DeepSeek shock after Moonshot AI releases Kimi K3 (Fortune)90Redaktionsmedium · 16/16 bestanden
- Kimi K3, and what we can still learn from the pelican benchmark (Simon Willison)75Fach-Quelle · 4/4 bestanden
