Speicherkrise erreicht die Smartphones: Auslieferungen fallen auf den tiefsten Stand seit 2013
Die weltweiten Smartphone-Auslieferungen fielen im zweiten Quartal 2026 um 11 % — der niedrigste Stand seit 2013. Das meldet der Marktforscher Counterpoint Research. Bemerkenswert daran ist die Ursache: Es ist kein Nachfrageeinbruch, sondern ein Materialengpass. Den Herstellern fehlt der Speicher.
Die Wurzel liegt in einer Umverteilung innerhalb der Speicherindustrie. Die drei großen Hersteller verlagern Wafer zu margenstärkerem HBM für KI-Beschleuniger. Die Rechnung dahinter ist schlicht: Jede Siliziumscheibe, die zu einem HBM-Stapel für ein Rechenzentrum wird, fehlt beim LPDDR5X-Modul eines Mittelklasse-Smartphones. Beide Produkte entstehen in denselben Fabriken, und die Kapazität lässt sich kurzfristig nicht ausweiten.
Die Preiswirkung ist drastisch. Speicherchip-Preise zogen laut Seoul Economic Daily stellenweise um das 4,6-Fache an. Die durchschnittliche Verkaufspreise für Smartphones sollen 2026 um 6,9 % gegenüber dem Vorjahr steigen, so Counterpoint.
Die Last verteilt sich ungleich
Der Aufschlag trifft nicht alle Geräteklassen gleich. Bei Budget-Geräten wurden Preisanstiege von über 50 % beobachtet, während Spitzenmodelle vergleichsweise stabil blieben. Der Grund ist arithmetisch: Bei einem Telefon für 150 Euro macht der Speicher einen erheblichen Teil der Stückkosten aus, bei einem für 1.200 Euro einen kleinen. Verdoppelt sich der Speicherpreis, schlägt das im unteren Segment voll durch — im oberen kaum.
Entsprechend zeigt sich die Wirkung dort am deutlichsten, wo günstige Geräte den Markt tragen. Indiens Smartphone-Markt ist laut TechCrunch spürbar erschüttert; er ist stark von Einsteiger- und Mittelklassegeräten geprägt.
Dasselbe Muster, anderes Endgerät
Das Bild ist nicht neu, nur der betroffene Gerätetyp. Denselben Mechanismus haben wir vor einer Woche beim Speicher-Schock für PC-Preise beschrieben, wo Dell, HP und Lenovo ihre Preise um 15 bis 20 % anhoben und Speicher laut HP inzwischen rund 35 % der PC-Stückkosten ausmacht. Smartphones folgen demselben Pfad mit einigen Monaten Verzögerung.
Die Pointe liegt in der Umkehrung einer verbreiteten Erzählung: Der KI-Boom wird meist als etwas beschrieben, das Endgeräte klüger macht. Bei Millionen von Käufern in Schwellenländern äußert er sich derzeit anders — als Grund, warum das nächste Telefon teurer wird oder gar nicht erst gebaut werden kann.
Einfach erklärt
Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Medien-Sweep (TechCrunch, CNBC) + Sammler-Dossier
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Hinweis: Die Quellenliste weiter unten auf dieser Seite enthält dieselben Links wie dieser Graph.
- IDC — Global Memory Shortage Crisis: Impact on Smartphone and PC Markets in 202675Fach-Quelle · 4/4 bestanden
- TechCrunch — AI-driven memory crunch jolts India's smartphone market89Redaktionsmedium · 57/58 bestanden
- Seoul Economic Daily — Memory shortage sends chip prices up 4.6-fold80Redaktionsmedium · 8/8 bestanden
- CNBC — AI memory chip shortage drives up consumer electronics prices89Redaktionsmedium · 81/82 bestanden
