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OpenAI gibt ein Hacking-Modell mit gelockerten Filtern an externe Firmen

GPT-5.6-Cyber löst laut OpenAIs interner Benchmark 95,0 Prozent der Exploit-Aufgaben, das reguläre Modell mit allen Schutzmechanismen 1,5 Prozent. Neu ist weniger die Leistung als die Entscheidung, ein Modell mit reduzierten Verweigerungen aus dem Haus zu geben.

OpenAI hat am 10. August GPT-5.6-Cyber freigegeben, ein Spezialmodell für Schwachstellenforschung, Exploit-Validierung und Red Teaming. Es baut auf GPT-5.6 Sol auf und geht an ausgewählte externe Organisationen, ausdrücklich mit reduzierten Verweigerungen.

In OpenAIs interner Benchmark „Advanced Cybersecurity Completion Rate“ löst es 95,0 Prozent der Exploit-Chain-Aufgaben. Der Vorgänger GPT-5.5-Cyber vom Juni kam auf 57,3 Prozent, der neue Defensiv-Zugang Daybreak Blue auf 2,0 Prozent und das reguläre GPT-5.6 Sol mit allen Schutzmechanismen auf 1,5 Prozent.

Der Abstand zwischen 1,5 und 95 misst also weniger Intelligenz als Erlaubnis. Beide Zahlen kommen im Kern vom selben Modell, einmal mit Guardrails und einmal ohne.

Passend dazu hat OpenAI sein Sicherheitsprogramm Daybreak in zwei Stufen geteilt. Daybreak Red gibt Zugang zu GPT-5.6-Cyber für autorisierte Offensiv-Arbeit, Daybreak Blue liefert das reguläre Modell mit Defensiv-Guardrails. Wer in die rote Stufe will, braucht Identitätsprüfung, Monitoring und rechtliche Zusicherungen; Einzelkonten müssen ab 1. September einen Hardware-Sicherheitsschlüssel verwenden.

An Funden nennt OpenAI CVE-2026-15903, einen Out-of-Bounds Read/Write in der V8-JavaScript-Engine mit CVSS 8.8. Dazu mindestens fünf Lücken in einem großen Mobil-Betriebssystem, drei kritische Datenbank-Schwachstellen und über 400 Privilege Escalation-Probleme in einem weit verbreiteten OS-Kernel. Welche Produkte gemeint sind, sagt die Firma nicht.

OpenAI schreibt selbst dazu: „Models running with reduced safeguards carry risks beyond standard model usage, whether from misuse or misalignment.“ Bemerkenswert offen für eine Produktankündigung. Nachlesen ließ sich das nur über Dritte, weil der eigene Newsroom beim Abruf mit HTTP 403 antwortete; The Hacker News und VentureBeat zitieren Blogpost und System Card wörtlich, Dementis gibt es keine.

Zeitlich fällt die Freigabe mitten in zwei laufende Debatten. Der US-Prüfrahmen für Frontier-Modelle behandelt gelockerte Schutzmechanismen als eigenen Risikofall, und am selben 10. August verlangten 29 Abgeordnete Antworten zu ausgebrochenen Agenten. Auf der Gegenseite steht das Marktsegment, das Mistral im August mit ShieldStral bedient: Modelle, die Angriffe abwehren sollen statt sie zu bauen.

Forbes nennt GPT-5.6-Cyber das erste „offense-grade“ Modell der Firma. Das ist zugespitzt, denn Angriffswissen steckte auch vorher in den Modellen. Verkauft wird jetzt der Schlüssel dazu.

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