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Intel-Chef warnt: Speicherengpass könnte sich 2027 verschärfen

Lip-Bu Tan rechnet damit, dass sich die Knappheit bei Speicherchips im kommenden Jahr zuspitzt. Intel beziffert den Preisanstieg auf das Fünf- bis Siebenfache, die HBM-Kapazität für 2026 ist ausverkauft, und Kunden bekommen laut KB Securities nur rund 60 Prozent der bestellten Mengen.

Intel-Chef Lip-Bu Tan hat gewarnt, dass sich der Speicherengpass 2027 weiter verschärfen könnte. Intel spricht von Speicherpreisen, die um das Fünf- bis Siebenfache gestiegen sind. Das ist die Sicht eines Einkäufers, der die Rechnungen kennt.

KB Securities beziffert, wie eng es zugeht: Kunden bekommen derzeit nur rund 60 Prozent der Mengen, die sie bei Samsung, SK Hynix und Micron bestellen. Etwa 70 Prozent der Kapazität ist über langfristige Abnahmeverträge gebunden, steht also für kurzfristige Bestellungen gar nicht zur Verfügung.

TrendForce meldet für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der Vertragspreise bei konventionellem DRAM um rund 93 bis 98 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die HBM-Kapazität für 2026 ist ausverkauft.

IDC erwartet direkte Folgen für Smartphone- und PC-Preise. Der Grund ist simpel: Fertigungskapazität wird von Standard-DRAM auf HBM für KI-Server umgewidmet, weil dort die besseren Margen liegen. Dieselbe Logik hat AMD vergangene Woche zu einer Preiserhöhung wegen teurerer Wafer bewegt, und Nvidia hatte Ende August bereits höhere Serverpreise bis 2027 angekündigt.

Für lokale KI trifft das eine empfindliche Stelle. Wer ein Modell auf dem eigenen Gerät laufen lassen will, braucht vor allem eines: viel Arbeitsspeicher. Die 64 oder 128 Gigabyte, die lokale Inferenz erst angenehm machen, waren bisher die günstigste Zutat an so einem Rechner.

Damit zahlt jeder, der sich gerade aus Datenschutzgründen eine Maschine für zu Hause zusammenstellt, die Knappheit der Rechenzentren mit. Die Unabhängigkeit vom Cloud-Anbieter kostet jetzt einen Aufschlag, den ein Serverkunde in Texas verursacht hat.

Micron legt am 30. September Quartalszahlen vor. Dort wird sich zeigen, ob die Preise tatsächlich so durchschlagen, wie Intel und die Analysehäuser es beschreiben.

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