AMD legt erste Venice-Benchmarks vor und zielt damit direkt auf Nvidias Vera
AMD hat erstmals offizielle Benchmarkzahlen zum EPYC 9996 veröffentlicht, dem Spitzenmodell der Serie EPYC 9006 mit Codenamen Venice: 256 Zen-6c-Kerne, 512 Threads, 2,55 GHz Basis, 4,1 GHz Boost, 1.024 Megabyte L3-Cache, 600 Watt TDP, gefertigt bei TSMC in 2 nm. Dazu Sockel SP7, 16 Speicherkanäle und rund 1,6 Terabyte pro Sekunde je Sockel. Es ist der erste Server-Prozessor mit PCIe Gen 6. Eine zweite Variante bringt 96 Zen-6-Kerne über 5 GHz unter, im selben 600-Watt-Budget.
Im SPECrate 2026 Integer nennt AMD das 2,24-fache des Plattformdurchsatzes gegenüber Nvidias Vera, 2,37-fach gegenüber Intels Xeon 6980P mit 128 Kernen und rund 1,78-fach gegenüber dem eigenen EPYC 9965 mit 192 Kernen. Pro Kern bleibt das 1,2-fache gegenüber Vera, das sind die vielzitierten 20 Prozent. Bei TPCx-AI gibt AMD das 3,4-fache des Xeon 6980P an, bei STREAM Triad 1.298 Gigabyte pro Sekunde gegen Veras 1.099, also 18 Prozent mehr insgesamt und 8 Prozent mehr pro Kern. Ins Vergleichsfeld gehört außerdem AWS Graviton5 mit 192 Kernen.
Auf Rack-Ebene rechnet AMD bei einem Budget von 100 Kilowatt das 3,3- bis 3,4-fache gegenüber Vera vor. Diese Zahl stammt aus einer Hochrechnung, ein Racklauf wurde nicht gemessen. Und der Vergleich ist schiefer, als die Überschrift klingt: 256 Kerne und 512 Threads treten gegen 88 Kerne und 176 Threads an, AMD hat also fast die dreifache Threadzahl und holt daraus das 2,24-fache. Gute Skalierung, kein Durchmarsch.
Nvidias Vera-CPU mit 88 eigenen Kernen für agentische Workloads ist auch ein anders gebautes Gerät: monolithisches Compute-Die, 164 Megabyte gemeinsamer L3-Cache, 176 Threads über statisch partitioniertes spatial multithreading, 1,2 Terabyte pro Sekunde über SOCAMM2. Nvidias eigene Werte stammen aus internen Tests vom Juli 2026 und sind genauso wenig unabhängig geprüft wie AMDs.
Der eigentliche Haken steckt im Compiler. AMD hat mit GCC 16.1 gemessen, die Vera-Referenzwerte kommen aus Nvidias Whitepaper mit GCC 15.2, und GCC 16 bringt erstmals Unterstützung für Zen 6 mit. Architekturfortschritt und Compiler-Reife stecken damit im selben Verhältnis, ohne dass sie jemand auseinanderdividieren könnte. Offizielle SPEC-Resultate kann für nicht ausgeliefertes Silizium ohnehin keine Seite einreichen, alle Werte sind geschätzt, ein Teil der Vera-Zahlen ist modelliert.
AMD-Manager Ravi Kuppuswamy sagt, man sei sehr froh, dass Nvidia seine Vera-Zahlen veröffentlicht habe, er habe mit einem kleineren Vorsprung gerechnet, und beim Tuning sei AMD noch nicht fertig. Ein Hersteller, der sich öffentlich über die Zahlen der Konkurrenz freut, hat vorher vermutlich gut nachgerechnet. Nvidia äußert sich zu dem Vergleich bisher nicht.
Neu ist an diesem Montag nur die Veröffentlichung der Messwerte. Venice lief im Mai 2026 an und wurde am 22. und 23. Juli auf der Advancing AI 2026 in San Francisco vorgestellt; SP7-Systeme werden für das vierte Quartal 2026 erwartet, Venice-X mit 3D-V-Cache für 2027. Billiger wird das Ganze nicht, AMD hat vergangenen Freitag einen Preisaufschlag von rund 10 Prozent wegen teurerer Wafer angekündigt.
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- Tom's Hardware89Redaktionsmedium · 60/61 bestanden
- Tom's Hardware (Rack-Ebene)89Redaktionsmedium · 60/61 bestanden
- Hardware Busters (Compiler-Analyse)im AufbauFach-Quelle
- AMD Blog (offiziell)im AufbauOffizieller Kanal
- AMD Investor Relations86Offizieller Kanal · 6/6 bestanden
