Amazon schließt Mechanical Turk nach 21 Jahren
Amazon stellt Mechanical Turk zum 30. September ein. Neue Kunden nimmt die Plattform bereits seit dem 30. Juli nicht mehr an. Vorausgegangen war eine interne Prüfung des Geschäfts.
Gestartet 2005, vermittelte der Dienst sogenannte Human Intelligence Tasks: Kleinstaufgaben, die Computer damals nicht zuverlässig lösen konnten. Bilder beschriften, Audio abtippen, Datensätze sortieren. Bezahlt wurde häufig im Centbereich pro Aufgabe.
Jeff Bezos nannte das Konzept einmal künstliche künstliche Intelligenz. Der Witz saß, weil hinter der scheinbar automatischen Antwort ein Mensch an einem Rechner saß.
Aus dieser Arbeit ist die Datenpipeline entstanden, auf der das gesamte maschinelle Lernen der folgenden zwei Jahrzehnte aufgebaut hat. Wer heute ein Sprachmodell nutzt, nutzt mittelbar auch die Beschriftungsarbeit, die auf solchen Plattformen geleistet wurde.
Als Gründe gelten der Fortschritt der Technik selbst und der Aufstieg spezialisierter Anbieter für Datenannotation, die größere Aufträge und strengere Qualitätskontrollen bieten.
Dazu kommt ein Problem, das die Plattform von innen ausgehöhlt hat. Eine akademische Untersuchung von 2023 kam zu dem Ergebnis, dass bis zu 46 Prozent der befragten Mechanical-Turk-Beschäftigten selbst KI-Werkzeuge einsetzten, um ihre Aufgaben zu erledigen.
Damit war der Kern des Angebots entwertet. Wer menschliche Urteile einkauft und Maschinenausgaben bekommt, kann das Ergebnis nicht mehr als Referenz für das Training von Maschinen verwenden.
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Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Medien-Sweep (CNBC, Fast Company, The Next Web)
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- PYMNTS75Fach-Quelle · 7/7 bestanden