Texas friert Genehmigungen ein, Kalifornien unterschreibt sieben Gesetze
Mindestens 45 Rechenzentrumsprojekte im Wert von 68 Milliarden US-Dollar wurden zwischen April und Juni 2026 in den USA blockiert oder verzögert. Die Zahl stammt aus dem Quartalsbericht von Data Center Watch, veröffentlicht am 21. September. Fürs erste Halbjahr summiert die Organisation rund 200 Milliarden US-Dollar auf.
Die Detailauswertung ist kostenpflichtig, die Methodik dahinter also nicht öffentlich prüfbar. Wir geben die Zahlen deshalb als das wieder, was sie sind: die Auszählung eines Anbieters, kein amtlicher Befund.
Laut Bericht sind 49 Bundesstaaten mit Prüfverfahren befasst, 30 Parlamente haben Regeln zu Standort, Versorgung und Infrastrukturkosten eingebracht. Als neue Entwicklung nennt Data Center Watch das vorsorgliche Moratorium: Eine Gemeinde beschließt den Baustopp, bevor überhaupt ein Entwickler einen Antrag stellt. Bloomberg beziffert die Zahl organisierter Gegner-Gruppen mit 843.
Texas stoppt die Umweltgenehmigungen
Gouverneur Greg Abbott wies am 21. September die Umweltbehörde TCEQ an, alle Umweltgenehmigungen für Rechenzentren auszusetzen. Der Stopp gilt, bis der Netzbetreiber ERCOT, die Regulierungsbehörde PUCT und das Texas Water Development Board ein Audit der Netzanschluss-Warteschlange abgeschlossen haben.
Geprüft werden Strom- und Wasserverbrauch sowie die Folgen für Netzstabilität und Gemeinden. ERCOT rechnet mit einem Abschluss im Dezember 2026.
Es ist die zweite Stufe. Im August hatte Abbott bereits neue Netzanschluss-Zusagen eingefroren. Diesmal trifft es auch Projekte, die gar nicht ans öffentliche Netz wollten: Wer mit eigener Gasturbine plante, um der Warteschlange zu entgehen, steht jetzt trotzdem. Rechenzentren sind Thema im texanischen Wahlkampf, Abbott tritt zur Wiederwahl an.
Kalifornien schreibt die Kosten fest
Am selben Tag unterzeichnete Gouverneur Gavin Newsom sieben Gesetze, nach Darstellung seines Büros die umfassendste Rechenzentrums-Regelung eines US-Bundesstaats.
Die tragenden Stücke: AB 2383 verpflichtet Betreiber, die Kosten des Netzausbaus selbst zu zahlen und saubere Energie zu beschaffen. SB 886, der „Technology Innovation and Ratepayer Protection Act“, soll verhindern, dass die Rechnung bei den Stromkunden landet. SB 887 streicht die pauschalen CEQA-Ausnahmen, mit denen Rechenzentren bisher an der Umweltprüfung vorbeikamen.
Dazu kommen Berichtspflichten an die California Energy Commission (AB 1577), Offenlegung des Wasserverbrauchs gegenüber Kommunen und Versorgern (AB 2469), Vorgaben zum Wasserressourcen-Management (AB 2619) und eine eigene Tarifstruktur für Rechenzentrums-Strom (SB 1168).
Newsom sagte sinngemäß, die Kalifornier sollten am Steuer bleiben, und wer an Rechenzentren verdiene, solle das nicht auf Kosten der Allgemeinheit tun. Inkrafttretensdaten und Schwellenwerte nennt die Mitteilung nicht, was bei sieben Gesetzen auf einmal die eigentlich interessante Lücke ist.
Beide Schritte reihen sich in ein Muster, das wir schon bei der Taskforce in Virginia und beim Ratepayer Protection Act beschrieben haben: Die Bundesstaaten regeln nicht die KI, sondern ihre Stromrechnung. Der nächste Termin steht schon: Das ERCOT-Audit soll im Dezember vorliegen.
Einfach erklärt
Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Medien-Sweep (CNBC, Texas Tribune, Data Center Watch)
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- Büro des Gouverneurs von Kalifornien: Governor Newsom signs most comprehensive data center laws in the nation (21.09.2026)90Amtliche Quelle · 3/3 bestanden
- Texas Tribune: Gov. Greg Abbott broadens moratorium on data center approvalsim AufbauRedaktionsmedium
- CNBC89Redaktionsmedium · 81/82 bestanden
- Data Center Watch, Q2-2026-Berichtim Aufbau