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13 Milliarden Standortpunkte: Werbedaten führen zu Österreichs Sicherheitsbeamten

Eine Recherche von News, netzpolitik.org und Bayerischem Rundfunk rekonstruiert aus gehandelten Werbedaten Wohnorte, Arbeitsplätze und Arztbesuche von Beschäftigten des österreichischen Sicherheitsapparats.

Eine gemeinsame Recherche des österreichischen Magazins News, der Plattform netzpolitik.org und des Bayerischen Rundfunks zeigt, wie Standortdaten aus der Online-Werbeindustrie die Sicherheit Österreichs gefährden. Grundlage ist ein Datensatz mit 13 Milliarden Standortpunkten.

Über Datenhändler konnten die Journalisten mehrere sensible Bewegungsprofile nachvollziehen. Bei Beschäftigten des österreichischen Sicherheitsapparats fanden sie heraus, wo diese wohnen und wo sie arbeiten.

Und weiter: welche Ärzte sie besuchen, zu welchem Friseur sie gehen, wo sie einkaufen, welche Gräber sie regelmäßig besuchen.

Erhoben wurden diese Standortdaten angeblich nur zu Werbezwecken. Angeboten wurden sie dann von Datenhändlern, im Grundsatz jedem, der zahlt.

Auf der Käuferseite stehen laut der Recherche auch Regierungen. Die österreichische und die ungarische haben Produkte eines ADINT-Dienstleisters erworben. ADINT steht für Advertising-Based Intelligence, also Überwachung auf Basis von Werbedaten.

Dass der Datenhandel im Prinzip bekannt ist, macht den Befund nicht harmloser. Wer eine österreichische Behörde ausspähen will, braucht dafür offenbar keinen Staatstrojaner, sondern ein Konto bei einem Datenhändler.

Drei Tage zuvor stand derselbe Datentyp in einem ganz anderen Zusammenhang in den Meldungen. Am 22. September wurde eine Strafe von 403 Millionen Euro gegen Google bekannt, verhängt von der irischen Datenschutzbehörde wegen der Verarbeitung von Standortdaten.

Derselbe Datentyp, zwei völlig verschiedene Hebel. Auf der einen Seite eine Datenschutzstrafe in dreistelliger Millionenhöhe, auf der anderen ein Markt, auf dem dieselbe Art von Daten frei gehandelt wird.

Zu den Einkäufen der Behörden selbst hat netzpolitik.org einen zweiten Text veröffentlicht. Darin beschreibt die Plattform die Datenkäufe des Innenministeriums als Vorgang in einer rechtlichen Grauzone.

Einfach erklärt

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European Data Protection Board: Irish DPC fines Google 403.000.000 EUR — Amtliche Quelle. Basis 50 (Amtliche Quelle) + Transparenz 10 + Prüfbilanz 30 (5/5 bestanden). Klick öffnet die Quelle.netzpolitik.org: Österreichs Sicherheitsbehörden lassen sich mit Werbedaten ausspionieren — Redaktionsmedium. Basis 40 (Redaktionsmedium) + Transparenz 20 + Prüfbilanz 30 (9/9 bestanden). Klick öffnet die Quelle.netzpolitik.org: Innenministerium lässt Datenkäufe in der Grauzone — Redaktionsmedium. Basis 40 (Redaktionsmedium) + Transparenz 20 + Prüfbilanz 30 (9/9 bestanden). Klick öffnet die Quelle.News.at: Smartphone-Spionage, Geheimdienst-Leak — Redaktionsmedium. Basis 40 (Redaktionsmedium) + Transparenz 15 — Prüfbilanz erst ab 3 Prüfungen (bisher 1). Klick öffnet die Quelle.

Hinweis: Die Quellenliste weiter unten auf dieser Seite enthält dieselben Links wie dieser Graph.

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#Österreich#Datenschutz#Sicherheit#DSGVO

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