Stimmklon bei Intesa-Tochter: 95 Millionen Euro überwiesen, 36 Millionen bleiben weg
Bei Fideuram, der Private-Banking-Tochter der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo, hat ein Betrug mit geklonter Stimme eine Überweisung von rund 95 Millionen Euro ausgelöst. Opfer war Paolo Molesini, damals Verwaltungsratschef des Hauses.
Der Ablauf war unspektakulär. Molesini erhielt im Februar 2026 eine WhatsApp-Nachricht, die von Intesa-Sanpaolo-Chef Carlo Messina zu stammen schien, mit der Bitte um dringende Hilfe bei einer Auslandstransaktion. Zusätzlich setzten die Täter Stimmklonung ein, um die Stimme eines Anwalts nachzuahmen.
Eine gefälschte Videokonferenz gab es nicht. Es blieb bei einem fremden Messenger-Konto und einer Stimme am Telefon.
Fideuram betreut im Private Banking sehr vermögende Kunden, große Einzelüberweisungen sind dort Alltag. Ein Großteil des Geldes floss nach China und Hongkong. Etwa 53 Millionen Euro konnten zurückgeholt werden, rund 36 Millionen gelten weiterhin als verschwunden. Mit 95 Millionen ausgelöster Überweisungen ist es einer der größten bislang bekannten Fälle von Betrug per Stimmklonung weltweit.
Beide Zahlen sind wichtig, weil die Berichterstattung sie gegeneinander ausspielt. derStandard und oe24 titeln mit 95 Millionen Euro erbeutet, das Handelsblatt mit 36 Millionen Euro Schaden. Das amtsnahe Register, der OECD AI Incidents Monitor, führt den Vorfall unter der Nummer 2026-09-25-b291 mit 36 Millionen Euro.
Fachberichte erwähnen Spuren in Bitcoin-Wallets. Verhaftungen bestätigt keine der geprüften Quellen, der Ermittlungsstand bleibt offen.
Offen bleibt auch die Kommunikation. Weder Intesa Sanpaolo noch Fideuram haben sich öffentlich geäußert, Stand 28. September; eine Mitteilung der italienischen Staatsanwaltschaft, der Guardia di Finanza oder der Banca d’Italia ist ebenfalls nicht auffindbar. Bei einem Vorgang dieser Größe in einer börsennotierten Bank darf man das durchaus bemerkenswert finden.
Für die Einordnung des Wortes Deepfake taugt der Fall gut. Nach der Studie zu Deepfake-Pornografie mit 138 betroffenen EU-Abgeordneten denken die meisten bei dem Begriff an manipulierte Bilder. Hier war es eine Stimme am Telefon plus ein fremdes WhatsApp-Konto. Angegriffen wurde kein System, sondern eine Hierarchie: Der Chef der Konzernmutter bittet um Eile, und ein Anwalt bestätigt das.
Einfach erklärt
Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Sammler-Dossier (derStandard) + OECD AI Incidents Monitor
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Hinweis: Die Quellenliste weiter unten auf dieser Seite enthält dieselben Links wie dieser Graph.
- Intesa Sanpaolo und Fideuram (keine offizielle Stellungnahme, Stand 28.09.2026)im AufbauOffizieller Kanal
- OECD AI Incidents Monitor: AI-Generated Voice Deepfake Enables €36 Million Bank Fraud in Italy (Vorfall 2026-09-25-b291)im AufbauAmtliche Quelle
- derStandard: KI-Betrug bei italienischer Großbank, 95 Mio Euro erbeutet84Redaktionsmedium · 8/9 bestanden
- Handelsblatt: WhatsApp-Fake, Betrüger legen Bank-Manager rein, 36 Millionen Euro Schadenim AufbauRedaktionsmedium
- Trending Topics: Intesa Sanpaolo Loses €95 Million to an A.I. Deepfake Scam85Redaktionsmedium · 4/4 bestanden