Speichermangel erreicht die Autobauer: GM rechnet mit bis zu 2 Milliarden Dollar Mehrkosten

General Motors rechnet für 2026 mit einem Kostengegenwind von 1,5 bis 2 Milliarden Dollar aus Rohstoffen, Logistik und gestiegenen DRAM-Preisen. Das bestätigte der Konzern am 21. Juli mit den Zahlen zum zweiten Quartal.
Im ersten Halbjahr fielen davon rund 600 Millionen Dollar an. Finanzchef Paul Jacobson sagte im Analystengespräch, ein Teil der DRAM-Verteuerung verschiebe sich ins zweite Halbjahr, weil dann zwei Quartale mit höheren Preisen zu Buche schlagen statt einem.
Eine Preiserhöhung für Autos hat GM deshalb nicht angekündigt. Bisher fing der Konzern die Mehrkosten über Einsparungen und bessere Preise bei großen Pick-ups auf, und die Jahresprognose wurde nach einem starken Quartal sogar angehoben.
Der Vertrag mit Micron
Am 1. Juli unterschrieb GM eine strategische Liefervereinbarung mit Micron über LPDRAM, NOR-Flash und UFS-NAND. Die Chips gehen in die Bordelektronik und in Assistenzsysteme.
Wer heute langfristige Mengen fixiert, tut das nicht aus Bequemlichkeit. Micron stützt die Zusagen unter anderem mit dem zwei Milliarden Dollar teuren Ausbau seiner DRAM-Fabrik in Manassas, Virginia.
Wie viel Speicher inzwischen in einem Auto steckt, zeigt eine Zahl von Micron selbst: 2023 waren es im Schnitt 90 GB DRAM und NAND pro Fahrzeug, für 2026 erwartet der Hersteller 278 GB, bei Oberklassemodellen bis zu 2 TB.
BYD hat längst erhöht
In China ist der Schritt zum Kunden schon getan. BYD hob den Preis für sein LiDAR-gestütztes Assistenzsystem „God’s Eye B“ von 9.900 auf 12.000 Yuan an, also um mehr als 20 Prozent, und begründete das ausdrücklich mit dem Anstieg globaler Speicherkosten.
Angekündigt wurde das am 28. April, gültig ist es seit 1. Mai. Betroffen sind ausgewählte Modelle der Reihen Dynasty und Ocean sowie der Marke Fang Cheng Bao.
Aus demselben Umfeld kommt ein weiteres Signal: Oppo und Vivo sollen Samsungs Speicherpreisangebot fürs dritte Quartal abgelehnt haben, obwohl der Aufschlag laut dem chinesischen Portal iThome moderater ausfiel als in den beiden Quartalen davor. Bestätigt hat das keines der drei Unternehmen.
Wo das hinführt
Die Kette ist inzwischen gut dokumentiert. Adata-Chef Chen Libai sprach diese Woche von einem Speicherzyklus, der ein Jahrzehnt tragen könnte, Framework hob die Preise für ganze Notebook-Konfigurationen an, und bei Smartphones schlug die Verteuerung schon vergangene Woche durch.
Autos sind der Nachzügler in dieser Reihe, aus einem einfachen Grund: Zulieferverträge laufen über Jahre, nicht über Quartale. Wenn der Speicherpreis dort ankommt, ist er nicht mehr schnell wieder weg.
Der nächste überprüfbare Punkt ist GMs Bericht zum dritten Quartal. Dann zeigt sich, ob die Spanne von 1,5 bis 2 Milliarden Dollar hält oder ob Jacobsons Verschiebung ins zweite Halbjahr größer ausfällt als angenommen.
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- Tom's Hardware — AI memory shortage is now increasing the price of cars89Redaktionsmedium · 60/61 bestanden
- General Motors Investor Relations — GM releases 2026 second-quarter results (Primärquelle)im AufbauOffizieller Kanal
- Micron/GlobeNewswire — Micron and General Motors Sign Strategic Agreement (Primärquelle, 01.07.2026)50Aggregator · 4/4 bestanden
- CnEVPost — BYD raises price for smart driving system amid hardware cost surge (28.04.2026)im AufbauFach-Quelle
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