Amodei weist Vorwurf zurück: Anthropic will offene Modelle nicht verbieten
Anthropic hat am 27. Juli eine Stellungnahme mit dem Titel „Our position on open-weights models“ veröffentlicht. Kernsatz von CEO Dario Amodei: Sein Unternehmen habe zu keinem Zeitpunkt ein Verbot von Open-Weights-Modellen gefordert.
Der Text ist die Antwort auf den Brief von 25 Firmen, den unter anderem Nvidia, Microsoft, Meta, OpenAI und Google unterschrieben hatten. Darin stand der Vorwurf, Anthropic betreibe Regulierungslobbyismus, um das eigene Geschäftsmodell abzusichern.
Amodei zieht eine Trennlinie zwischen Modellgrößen. Kleinere offene Modelle nützen der Forschung und dem Wettbewerb, schreibt er. Bei Frontier-Systemen mit ernstem Schadenspotenzial sieht er das anders.
Wo genau die Grenze zwischen beidem verläuft, sagt der Text nicht. Das ist keine Kleinigkeit, denn an dieser Schwelle entscheidet sich, welches Labor künftig unter welche Auflage fällt.
Drei Maßnahmen nennt er konkret: Exportkontrollen für Chips gegenüber autoritären Staaten, ein Vorgehen gegen Distillation im industriellen Maßstab, und verpflichtende Sicherheitstests für jedes leistungsfähige Modell. Offen oder geschlossen soll dabei keinen Unterschied machen.
Dazu kommt eine Sorge, die Amodei offen ausspricht: Die jüngsten chinesischen Gratis-Veröffentlichungen können mehr, als ihm lieb ist.
Bemerkenswert ist, was in der Debatte untergeht. Wer Sicherheitstests zur Pflicht macht und Distillation einschränkt, verbietet offene Modelle nicht, macht ihre Veröffentlichung aber deutlich aufwendiger. Ein kleines Labor ohne Prüfbudget merkt den Unterschied schneller als ein Konzern.
Genau deshalb greift die Zusammenfassung „Amodei gegen Verbot“ zu kurz. Sie stimmt wörtlich und verfehlt die Position.
Ob Anthropic damit die eigene Linie geändert hat, lässt sich nicht belegen. Das Unternehmen sagt, es habe immer so argumentiert, und die veröffentlichten Texte stützen diese Darstellung eher als die Gegenthese.
Der Vorwurf aus dem Firmenbrief bleibt trotzdem im Raum. Anthropic verkauft geschlossene Modelle, und jede Auflage, die offene Veröffentlichungen teurer macht, hilft dem eigenen Geschäft. Amodei bestreitet das Motiv, nicht den Effekt.
Offen bleibt die praktische Frage: Wer soll die verpflichtenden Sicherheitstests durchführen, und nach welchem Maßstab? Amodei nennt dafür keine Institution. Die britischen und amerikanischen KI-Sicherheitsinstitute prüfen bislang freiwillig und nach eigenen Kriterien, wie zuletzt bei Kimi K3.
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- Anthropic — Our position on open-weights models86Offizieller Kanal · 34/34 bestanden
- CNBC89Redaktionsmedium · 81/82 bestanden
- Axios90Redaktionsmedium · 15/15 bestanden
- TechCrunch89Redaktionsmedium · 57/58 bestanden