EU schreibt sieben KI-Gigafactories aus, gebunden ist erst eine Milliarde
Die Europäische Kommission und das EuroHPC Joint Undertaking haben am 30. Juli die formelle Ausschreibung für bis zu sieben KI-Gigafactories eröffnet. Einreichfrist ist der 12. November 2026. Bewerben dürfen sich Konsortien oder Zweckgesellschaften aus Technologieanbietern, Cloud-Anbietern, öffentlichen Stellen und Investoren.
Eine Gigafactory darf in einem einzigen Mitgliedstaat an einem Standort entstehen, auf mehrere Standorte verteilt werden oder als grenzüberschreitende, verteilte Recheninfrastruktur über mehrere Länder laufen. Gebaut werden soll ab Anfang 2027, in Betrieb gehen die Anlagen Mitte 2028. Die Zuschläge will die Kommission Anfang 2027 bekanntgeben.
Zur Größe nennt die Kommission mindestens 100.000 KI-Chips der aktuellen Generation pro Gigafactory. Zusammen sollen die sieben Anlagen die Rechenleistung der EU mehr als verdoppeln, die derzeit von 19 KI-Rechenzentren in den Mitgliedstaaten kommt. Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, nennt den Zugang zu dieser Rechenleistung eine strategische Notwendigkeit für Europa.
Beim Geld lohnt der Blick ins Kleingedruckte. Vorgesehen sind rund zehn Milliarden Euro öffentlich, etwa fünf Milliarden EU-Mittel plus etwa fünf Milliarden der Mitgliedstaaten, die mindestens zwanzig Milliarden Euro privates Kapital anziehen sollen, zusammen etwa dreißig Milliarden. Von den EU-Mitteln ist laut Kommission bisher aber nur rund eine Milliarde Euro tatsächlich gebunden; die restlichen vier hängen am nächsten EU-Haushalt (mehrjähriger Finanzrahmen), über den die Mitgliedstaaten noch verhandeln. Ein hoher Kommissionsbeamter sagte dazu, man könne die Entscheidungen über den kommenden Haushalt nicht vorwegnehmen, die Zahl sei die beste Schätzung für Phase zwei.
Vorlauf gab es genug: Auf die Interessensbekundung im Juni 2025 kamen 77 Vorschläge aus 16 Mitgliedstaaten für 60 verschiedene Standorte. Konkretes Interesse an einem Standort haben laut Euronews zehn Länder angemeldet, unter ihnen Deutschland, Italien, Frankreich, Polen, Tschechien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Portugal und Spanien. Österreich steht nicht auf dieser Liste.
Damit hat die europäische Souveränitätsdebatte erstmals einen Termin und eine Frist statt einer Absichtserklärung. Nur läuft die Ausschreibung mit einem Budget, dessen größerer Teil noch nicht beschlossen ist, während die EU ihre eigenen KI-Regeln mit dem Digital Omnibus gerade entschärft hat, um Investoren nicht zu verschrecken. Die Frage, die im November mitbeantwortet wird: Reichen eine gebundene Milliarde und vier in Aussicht gestellte, damit ein Konsortium zwanzig Milliarden privates Geld daneben legt?
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- Europäische Kommission — AI Gigafactoriesim AufbauAmtliche Quelle
- EuroHPC Joint Undertakingim AufbauAmtliche Quelle
- Euronews — EU opens call for seven gigafactories85Redaktionsmedium · 3/3 bestanden
- Eunews — EU launches call for tenders for seven Gigafactoriesim AufbauRedaktionsmedium
- AP via BNN Bloomberg — EU lays out 11,4 Milliarden Dollar für sieben KI-Gigafactories85Redaktionsmedium · 3/3 bestanden
