Chipwerte fallen breit, die CXMT-Erzählung passt nur auf die Tage davor
Cerebras (CBRS) schloss am Mittwoch, 29. Juli 2026, bei 169,39 Dollar und damit 12,11 Prozent tiefer. Micron gab um 9,94 Prozent auf 739,00 Dollar nach, KLA um 10,46 Prozent auf 170,19 Dollar, das TSMC-ADR um rund vier Prozent auf 374,67 Dollar. Die Indizes folgten in deutlich kleinerem Maßstab: Dow minus 2,19 Prozent auf 51.594,14 Punkte, Nasdaq minus 1,74 Prozent auf 24.442,94, S&P 500 minus 1,52 Prozent auf 7.316,15.
Breit war die Sitzung ohnehin: Applied Materials verlor 8,4 Prozent, Arm 8,1 Prozent, Lam Research 6,4 Prozent, AMD 5,5 Prozent, Intel 5,1 Prozent, Nvidia 3,6 Prozent. Nach der Fed-Entscheidung stiegen die Renditen, und Reuters führt einen Teil des Rückgangs darauf zurück, dass gehebelte Positionen zwangsweise aufgelöst wurden, nachdem der Rekordgewinn von SK Hynix die hohen Erwartungen trotzdem verfehlt hatte. KLA hatte zusätzlich einen eigenen Grund, nämlich eine zurückhaltende Prognose für Fertigungsanlagen und verschobene Installationen bei Großkunden. Auf China entfallen 42 Prozent des KLA-Umsatzes.
Die Tage davor sehen anders aus. Am 27. und 28. Juli war die Bewegung klar an CXMT gebunden: Das Börsendebüt des chinesischen DRAM-Herstellers am Shanghaier STAR Market brachte 57,92 Milliarden Yuan bei 8,66 Yuan je Aktie und legte am ersten Handelstag um 466 Prozent zu. Am 28. Juli fielen Micron um 8,9 Prozent, SanDisk um 13 Prozent, SK Hynix in Seoul um 14,7 Prozent, Samsung um 13,4 Prozent.
Die Deutung, wonach dieser Schock auch den Mittwoch erklärt, stammt aus einem SCMP-Artikel. Namentlich zitiert wird dort ein einziger Analyst, Gary Dugan vom Global CIO Office; Kapazitäts-, Marktanteils- oder DRAM-Preiszahlen nennt der Text nicht. Ein Analyst, kein einziger Kapazitätswert: Für eine Ursachenfeststellung ist das dünn, als Analyse liest es sich plausibel.
Auch die kursierenden Größenangaben lohnen eine Trennung. Die oft genannten zwei Billionen Dollar beziehen sich auf bis zu 2,18 Billionen Dollar Marktwert, die der Seouler Aktienmarkt über zwei Tage einbüßte, nicht auf KI-Aktien weltweit; der KOSPI lag zwischenzeitlich 12,6 Prozent im Minus und schloss sechs Prozent tiefer. Davon getrennt verloren die wertvollsten Chipkonzerne in dieser Woche über eine Billion Dollar Marktkapitalisierung, davon SK Hynix 176 Milliarden, Samsung 173 Milliarden und Micron 113 Milliarden Dollar. Dazu kamen UMC mit minus 9,7 Prozent und Kioxia mit minus 13,9 Prozent.
Am aufschlussreichsten ist TSMC. Der Konzern meldete einen Rekordquartalsgewinn von plus 77 Prozent auf 706,6 Milliarden Taiwan-Dollar, rund 22 Milliarden US-Dollar, und lag damit über der Konsensschätzung von 632,6 Milliarden — und die Aktie fiel trotzdem. Dasselbe Muster hatten wir tags zuvor bei SK Hynix und Samsung beschrieben.
In Asien setzte sich das erst am Donnerstag, 30. Juli 2026, fort, was für den Mittwoch gern mitgezählt wird. Cambricon stieg am 29. Juli noch um 1,68 Prozent auf 1.146,90 Yuan und verlor erst am 30. Juli 8,53 Prozent auf 1.049,12 Yuan. Tokyo Electron ging am 30. Juli dagegen 5,32 Prozent höher auf 52.660 Yen aus dem Handel.
Einfach erklärt
Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Sammler-Dossier (Kursbewegungen KI-Werte) + Medien-Sweep (CNBC, SCMP)
Quellenlage: 2 unabhängige SträngeWie wir bewerten →
Hinweis: Die Quellenliste weiter unten auf dieser Seite enthält dieselben Links wie dieser Graph.
- CNBC — Chipaktien verlieren über eine Billion Dollar89Redaktionsmedium · 81/82 bestanden
- Yahoo Finance — Micron und SK Hynix im Ausverkauf49Aggregator · 34/35 bestanden
- TradingKey — KLA-Schlusskurs 29.07.202650Aggregator · 5/5 bestanden
- stockanalysis.com — Cerebras Systems60Aggregator · 6/6 bestanden
- SCMP — CXMT-Schock (Analyse, keine Ursachenfeststellung)80Redaktionsmedium · 13/13 bestanden
- GuruFocus — TSMC-Kursrückgang trotz Rekordquartal55Aggregator · 3/3 bestanden
