Qualcomm hebt Chippreise zweistellig an und schiebt es auf den Speicher
Qualcomm verteuert seine Premium-Chips für Smartphones um einen zweistelligen Prozentbetrag und nennt als Grund „unprecedented increases in memory pricing and supply constraints“. Bekanntgegeben hat das Unternehmen den Aufschlag am 29. Juli, zusammen mit den Zahlen für sein drittes Geschäftsquartal. Einen genauen Prozentsatz, einen Starttermin und eine Liste der betroffenen Produktlinien hat Qualcomm nicht genannt; ob neben Handset-Chips auch PC- und IoT-Bausteine teurer werden, steht damit offen.
Das Quartal endete im Juni und brachte 9,9 Milliarden Dollar Umsatz, vier Prozent weniger als im Vorjahr, aber mehr als die erwarteten 9,7 Milliarden. Nach GAAP blieben 1,87 Dollar je Aktie, bereinigt 2,21 Dollar und damit 20 Prozent weniger als die 2,77 Dollar im Vorjahresquartal. Die Sparten laufen dabei weit auseinander: Handset-Chips kamen auf 5,1 Milliarden Dollar (minus 20 Prozent), Automotive dagegen auf 1,588 Milliarden und damit 61 Prozent mehr, das 23. Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum. IoT brachte 1,83 Milliarden Dollar, das Lizenzgeschäft 1,278 Milliarden.
Für das vierte Quartal erwartet Qualcomm 9,7 bis 10,5 Milliarden Dollar Umsatz und 2,05 bis 2,25 Dollar bereinigtes Ergebnis je Aktie. Der Konsens lag bei 2,36 Dollar. Die Android-Handset-Umsätze sollen im Geschäftsjahr 2026 um rund 20 Prozent fallen, als Kostentreiber nennt das Management Wafer-Fertigung, Speicher, Advanced Packaging sowie Assembly und Test. Belastend wirkt außerdem eine schwächere Umsatzprognose für das Apple-Geschäft.
CEO Cristiano Amon rechnet die Erhöhung klein gegen das, was seine Kunden ohnehin schon zahlen: „The market is down because of the magnitude of increases in memory bill of materials“. Ein zweistelliger Aufschlag auf den Chip sei gering gegenüber dem Anstieg der Speicherkosten, weshalb er am Absatz im Premium-Segment nichts Grundlegendes ändern werde. Eine mutige Annahme in einem Markt, der laut derselben Aussage gerade wegen der Materialkosten schrumpft.
Zur Aktie gehört eine Klarstellung, weil die Zahlen durcheinandergehen. Die minus 4,4 Prozent vom 29. Juli waren die reguläre Sitzung vor dem Bericht, Qualcomm meldete nach Börsenschluss. Auf die Zahlen selbst folgten nachbörslich minus 7,65 Prozent auf 143,77 Dollar, am Vormittag des 30. Juli lag die Aktie vorbörslich rund fünf bis sechs Prozent im Minus.
Dass nicht allein der Speicher drückt, zeigt ein älterer Vorgang: Laut einem Nikkei-Bericht vom 21. Juli verhandelt TSMC Basispreiserhöhungen von fünf bis zehn Prozent ab 2027, HPC-Kunden mit Zusatzbedarf sollen zehn bis 15 Prozent Aufschlag zahlen. Ein TSMC-Sprecher nannte die Entscheidung „not opportunistic“. Bei den PC-Preisen und beim Juli-Rekord für DDR5 war die Knappheit noch eine Rechnung zwischen Herstellern, bei den Autopreisen kam sie erstmals beim Käufer an. Jetzt gibt sie der größte Smartphone-Chiplieferant offen weiter.
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Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Medien-Sweep (CNBC, Qualcomm IR)
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- Qualcomm Announces Third Quarter Fiscal 2026 Results86Offizieller Kanal · 4/4 bestanden
- Qualcomm Investor Relationsim AufbauOffizieller Kanal
- CNBC — Qualcomm erhöht Preise wegen Speicherknappheit89Redaktionsmedium · 81/82 bestanden
- Tom's Hardware — TSMC-Preiserhöhungen 202789Redaktionsmedium · 60/61 bestanden
- Benzinga — steigende Speicherkosten belasten Smartphones85Redaktionsmedium · 11/11 bestanden
