Halbleiterwerte drehen am 4. August, Arm schließt 17,4 Prozent höher
Arm Holdings schloss am Dienstag, 4. August 2026, bei 280,56 Dollar und damit 17,36 Prozent über dem Vortag. Es war der stärkste Einzelwert an einem Tag, an dem der halbe Halbleitersektor drehte.
Der Anlass lag sechs Handelstage zurück. Am 29. Juli hatte Arm den Quartalsbericht vorgelegt: 1,29 Milliarden Dollar Umsatz, davon 715 Millionen Dollar aus Royalties, ein Plus von 22 Prozent. Die Rechenzentrums-Royalties wuchsen im zweiten Quartal in Folge um über 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Am Berichtstag selbst bewegte sich der Kurs kaum. Erst am 4. August zogen Analysten ihre Einschätzungen nach, und genau mit diesem Wachstum der Rechenzentrums-Royalties begründet. Im selben Kommentar wurden die Prognosen für Smartphone-Stückzahlen gesenkt, weil die Speicherkosten gestiegen sind.
Marvell legte 12,81 Prozent auf 218,59 Dollar zu. Das Unternehmen eröffnete am selben Tag den Flash Memory Summit 2026 und stellte Speicher- und Storage-Produkte vor, die auf die Inferenz von KI-Modellen zielen, darunter den SSD-Controller Bravera SC6 auf PCIe-6.0-Basis mit doppeltem Durchsatz gegenüber dem PCIe-5.0-Vorgänger. Bemusterung ab dem vierten Quartal 2026.
Intel schloss bei 100,86 Dollar, plus 10,84 Prozent. Die Aktie hatte im Juli rund ein Viertel verloren. Einen eigenen Nachrichtenauslöser gab es an diesem Dienstag nicht; die Bewegung wird überwiegend als Eindeckung von Leerverkäufen im Zuge der Sektorerholung beschrieben. Fundamentaler Bezugspunkt bleibt der Quartalsbericht vom 23. Juli mit 16,13 Milliarden Dollar Umsatz und einem Plus von 59 Prozent im Segment Data Center und KI.
Dahinter reihte sich fast die gesamte Lieferkette ein. Lam Research schloss bei 317,74 Dollar (plus 7,85 Prozent), Micron bei 892,67 Dollar (plus 7,62 Prozent), Qualcomm bei 162,67 Dollar (plus 7,32 Prozent), AMD bei 518,58 Dollar (plus 7,00 Prozent), KLA bei 195,45 Dollar (plus 6,95 Prozent), Broadcom bei 418,16 Dollar (plus 6,61 Prozent), Applied Materials bei 546,62 Dollar (plus 5,48 Prozent) und ASML bei 1.711,89 Dollar (plus 4,22 Prozent).
Von 37 beobachteten Titeln legten 18 um mindestens drei Prozent zu, keiner verlor mehr als drei Prozent. Der Halbleiter-ETF SOXX gewann über 6 Prozent. Der breite Markt zog mit: Der S&P 500 schloss mit 7.737 Punkten (plus 1,79 Prozent) erstmals seit zwei Monaten auf Rekordniveau, der Dow überschritt erstmals 54.000 Punkte.
Die großen Plattformen trugen den Tag nicht. Microsoft kam auf plus 1,06 Prozent, Alphabet auf plus 1,11 Prozent, Meta gab 0,39 Prozent ab, Amazon 2,32 Prozent. Vorne lagen Speicher, Fertigungsanlagen und Netzwerktechnik.
Am Vortag lief es spiegelbildlich. Am 3. August stiegen Meta um 6,02 Prozent, Microsoft um 4,93, Alphabet um 4,88 und Amazon um 4,58 Prozent, während die Chipwerte weitgehend stillstanden.
AMD hat an diesem Tag gleich zwei Kurse. Im regulären Handel sieben Prozent im Plus, dann nach Handelsschluss AMDs Quartalszahlen mit einem Rekordquartal und nachbörslich 8,94 Prozent im Minus.
Im Zentrum der Begründungen stand erneut Speicher. Eine Notiz der Bank of America zum KI-Speichermarkt rückte Micron in den Mittelpunkt, mit dem Argument, Speicher sei eine strategische Komponente der KI-Infrastruktur und keine zyklische Massenware.
Dieselbe Knappheit taucht in unserer Berichterstattung schon als Preis auf: teurere Grafikkarten in Japan, und bei den Vertragspreisen für DRAM zeigt die Quartalsprognose von TrendForce nach oben. Auf der Kostenseite hat derselbe Engpass Anfang August bereits Apples Kurssturz mitbegründet. Wir beobachten hier denselben Sachverhalt aus zwei Richtungen, einmal als Endkundenpreis, einmal als Argument für die Neubewertung der Speicherwerte. Belegt ist damit die Gleichzeitigkeit, nicht ein Wirkungspfad.
In Asien war die Bewegung kurz zuvor umgekehrt gelaufen. Am 3. August verloren Samsung Electronics und SK Hynix je rund 8,8 Prozent (Samsung 239.500 Won, SK Hynix 1.567.000 Won), einen Handelstag nach dem Kospi-Rekordanstieg von 17,91 Prozent am 31. Juli, bei dem beide an der koreanischen Tagesgrenze von 30 Prozent geschlossen hatten. Nachzulesen bei den Achterbahnkursen in Korea. Am 4. August stabilisierten sich beide, Samsung mit plus 0,21 Prozent, SK Hynix mit plus 0,64 Prozent.
Daneben liefen an diesem Dienstag mehrere Meldungen mit Marktbezug: das von der US-Regierung geplante Verbot chinesischer optischer Transceiver, eine Preisuntergrenze für Polysilizium und die Aussage der Philadelphia-Fed-Präsidentin Anna Paulson, das Zinsniveau von 3,50 bis 3,75 Prozent sei ausreichend.
Bleibt eine Frage, die die Daten nicht beantworten: Warum kam die Neubewertung von Arm ausgerechnet am 4. August und nicht am 29. Juli, als die Zahlen auf dem Tisch lagen? Sechs Handelstage Verzögerung bei einer Kennzahl, die sich verdoppelt hat, darf man durchaus bemerkenswert finden.
Einfach erklärt
Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Finance-Sweep (Nasdaq-Handelsdaten, Benzinga)
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- Nasdaq, historische Handelsdaten (Gegenprobe über CNBC Quotes)im AufbauOffizieller Kanal
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