KI HardwareTeilweise bestätigt

Mobil-DRAM soll um 80 Prozent teurer werden, weil HBM die Fabriken belegt

Samsung und Micron verlangen für Mobilspeicher über 80 Prozent Aufschlag gegenüber dem ersten Quartal, SK hynix startete bei 55 bis 60 Prozent. Die Zahlen stammen aus Marktforschung, nicht von den Herstellern.

Drei Hersteller kontrollieren über 95 Prozent der weltweiten DRAM-Produktion, und alle drei haben Kapazität systematisch zu HBM für KI-Beschleuniger verschoben. Was davon übrigbleibt, wird jetzt teuer verkauft.

Samsung und Micron fordern für Mobil-DRAM Aufschläge von über 80 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. SK hynix ging mit rund 55 bis 60 Prozent in die Verhandlungen, TrendForce erwartet aber auch dort einen finalen Transaktionspreis von knapp 80 Prozent Aufschlag.

Die Hersteller selbst haben sich zu diesen Verhandlungszahlen nicht geäußert. Die Prozentwerte stammen aus Marktforschung und Branchenberichten, eine offizielle Bestätigung liegt nicht vor. Belegt ist die Aussage von SK hynix, dass HBM-, DRAM- und NAND-Kapazität für 2026 praktisch ausverkauft sind.

Micron hat den Consumer-Speichermarkt verlassen und beliefert nur noch Enterprise- und KI-Kunden. Ein Anbieter weniger auf einem Markt mit drei Anbietern, das erklärt einen guten Teil der Verhandlungsposition. Ein Bloomberg-Bericht aus Juli beziffert den Anstieg der DRAM-Spotpreise auf nahezu 700 Prozent binnen eines Jahres.

Das Muster zieht sich seit Wochen durch die Berichterstattung. Im ersten Quartal lagen die Vertragspreise noch 80 bis 90 Prozent über dem Vorquartal, danach kam die Prognose von 13 bis 18 Prozent für das dritte Quartal. PC-Hersteller weichen aus, HP, Asus und Acer verbauen inzwischen chinesischen CXMT-Speicher in Modellen außerhalb der USA. Tim Cook sprach im Earnings Call vom zunehmenden Effekt der Speicherknappheit, Apple verlor an diesem Tag 7,35 Prozent.

In den USA läuft parallel eine Antitrust-Sammelklage gegen Samsung, SK hynix und Micron. Der Vorwurf lautet, die Umstellung auf HBM sei Preismanipulation. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Dieselben Aktien brachen am 6. August zweistellig ein, weil ein einziger Ausblick unter der Erwartung lag.

Praktisch trifft das die Geräte, auf denen lokale Modelle laufen sollen. Ein Notebook mit 64 Gigabyte Arbeitsspeicher ist die Eintrittskarte für On-Device-KI, und genau dieser Speicher wird gerade zum Luxusgut. Nvidias RTX Spark verspricht sogar 128 Gigabyte Unified Memory, nennt aber keinen Preis. Bei 80 Prozent Aufschlag auf Mobil-DRAM lässt sich erahnen, warum.

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