HBM4 kostet 31 bis 32 Dollar je Gigabyte, und der Speichermangel erreicht jetzt die Garantiefälle

Für konventionelles DRAM sollen die Kontraktpreise im dritten Quartal 2026 um 13 bis 18 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigen, für NAND-Flash um 10 bis 15 Prozent. Das schrieb TrendForce am 13. August. HBM4 für Nvidia-GPUs liegt bei 31 bis 32 Dollar je Gigabyte, fast beim Doppelten von HBM3e mit 17 bis 18 Dollar. Für andere GPU-Hersteller und kundenspezifische Chips werden 35 bis 36 Dollar aufgerufen.
Die Prognose deckt sich mit dem, was wir Anfang August zur Quartalsschätzung von TrendForce berichtet haben. Neu ist nicht die Zahl, sondern wie weit sie inzwischen nach unten durchgereicht wird.
Im Handel kostet ein 16-Gigabyte-Riegel DDR5 laut der Preisverfolgung von Tom’s Hardware 209 Dollar, 32 Gigabyte liegen bei 379 Dollar. Ein DDR5-6000-Kit der Reihe Trident Z5 Neo von G.Skill, das früher 100 Dollar kostete, steht im August 2026 bei 599,99 Dollar.
Bei Grafikkarten wird die Lage unübersichtlicher. AMD soll die Preise 2026 um mindestens 10 Prozent anheben, ein japanischer Distributor warnt bei Gigabyte-Bestellungen vor 20 bis 40 Prozent Aufschlag. Beides steht bislang nur in der Berichterstattung: Weder AMD noch Gigabyte haben sich dazu offiziell geäußert.
Für ganze Rechner erwartet IDC 2026 durchschnittlich bis zu 8 Prozent höhere Preise, einzelne Anbieter verkaufen Komplettsysteme schon ohne Arbeitsspeicher. Diese Prognose hatten wir Ende Juli ausführlicher; sie hält.
Intel-Vizepräsident Robert Hallock beschrieb den PC-Markt am 14. August als geteilt. Käufer mit größerem frei verfügbarem Budget könnten die gestiegenen Industriekosten schlucken, die Mehrheit nicht. Das untere Mainstream-Segment „kassiert richtig Prügel“, während sich Enthusiasten- und Premium-Segment besser halten. Hallock erwartet daraus mittelfristig getrennte Sockel, also unterschiedliche Plattformen für Mainstream und Enthusiasten.
Am weitesten reicht der Mangel dort, wo ihn niemand vermutet hätte. SK hynix teilte am 15. August einem SSD-Besitzer im Garantiefall mit, dass keine Ersatzgeräte verfügbar seien, und bot stattdessen eine Erstattung an.
Der Haken steckt in den Garantiebedingungen des Herstellers. Erstattet wird der ursprüngliche Kaufpreis oder der Marktwert, je nachdem, welcher Betrag niedriger ist. Weil sich SSD-Preise seit dem Kauf teils verdoppelt haben, ist der Kaufpreis der niedrigere Wert, und er reicht nicht mehr für ein gleichwertiges Laufwerk.
Wer 2024 günstig gekauft hat, wird für seine Umsicht also bestraft, sobald das Gerät ausfällt. Die Klausel selbst ist auf der Herstellerseite nachlesbar und ändert sich nicht, nur die Marktlage hat sie umgedreht. Silicon Power hat seine US-Rückgabebedingungen bereits entsprechend angepasst. Belegt ist bislang ein einzelner Kundenfall, eine Stellungnahme von SK hynix zur Ersatzteillage gibt es nicht.
Woher der Druck kommt, sagt Samsung selbst. Der Konzern erwartet, den HBM4-Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal mehr als zu verdreifachen, und rechnet damit, dass im zweiten Halbjahr über 60 Prozent des gesamten HBM-Umsatzes auf HBM4 entfallen. Jede Fertigungsstunde, die dorthin geht, fehlt beim Speicher für alle anderen.
Bleibt die Frage, wann die Kette reißt. Bisher hat der Endkunde jede Erhöhung mitgemacht, weil es nichts Billigeres gab. Ein Garantiefall, der ohne Ersatzgerät endet, ist etwas anderes als ein teurer Riegel im Regal.
Einfach erklärt
Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Medien-Sweep (Tom's Hardware, TrendForce)
Quellenlage: 3 unabhängige SträngeWie wir bewerten →
Hinweis: Die Quellenliste weiter unten auf dieser Seite enthält dieselben Links wie dieser Graph.
- TrendForce75Fach-Quelle · 13/13 bestanden
- Tom's Hardware, RAM-Preisverfolgung89Redaktionsmedium · 60/61 bestanden
- Tom's Hardware zu AMD-Grafikkartenpreisen89Redaktionsmedium · 60/61 bestanden
- Tom's Hardware zur IDC-Prognose89Redaktionsmedium · 60/61 bestanden
- Tom's Hardware zu Intel-Vizepräsident Robert Hallock89Redaktionsmedium · 60/61 bestanden
- Tom's Hardware zum Garantiefall bei SK hynix89Redaktionsmedium · 60/61 bestanden
- SK hynix, Garantiebedingungen (Primärquelle)im AufbauNoch nicht eingeordnet
- Networkworld zu Samsungs Warnung85Redaktionsmedium · 4/4 bestanden
- Keine offizielle Stellungnahme von AMD, Gigabyte oder SK hynix zu den berichteten Preis- und Ersatzteilfragen (Stand 16.08.2026)
