Schenker hebt Notebookpreise um bis zu 300 Euro, Nebius verteuert Cloud-Speicher um 41 Prozent
DDR5-SO-DIMMs kosten fast das Sechsfache von Juli 2025. Die Zahl nennt der Notebookhersteller Schenker Technologies mit der Marke XMG in einer eigenen Ankündigung. Referenzzeitraum sind damit rund 14 Monate, nicht ein Jahr.
Seit dem 18. September gelten neue Preise. Plus 100 Euro für XMG APEX 16, CORE 15, CORE 16, FUSION 16, NEO 16 und mehrere PRO-Modelle. Plus 150 Euro für APEX 16 MAX, APEX 17, FOCUS 17 und FUSION 15. Plus 300 Euro für das Profigerät SCHENKER KEY 18 Pro, die größte Einzelanpassung.
Arbeitsspeicher ist dabei nicht der einzige Treiber. XMG nennt ausdrücklich auch Platinen, elektronische Bauteile, Prozessoren, Grafikkarten und Grafikspeicher. Knappheit erwartet das Unternehmen bis 2027 und länger.
Fast gleichzeitig zieht ein Cloudanbieter nach. Der Amsterdamer Anbieter Nebius informierte seine Kunden am 17. September über höhere Preise für Pay-as-you-go bei Nvidia-GPU-Instanzen, AMD-CPU-Kapazität und Speicher, wirksam zum 1. Oktober.
Am stärksten trifft es Speicher mit rund 41 Prozent. Über das Portfolio hinweg steigen die Cloudpreise um rund 21 Prozent. Es ist die zweite Erhöhung binnen drei Monaten.
Für neue Kurzfristverträge soll Nebius die Preise verdoppelt haben. Das ist Kolportage aus einem Branchen-Newsletter, bestätigt hat es der Anbieter nicht.
Nebius ist auch für europäische Mittelständler ein realistischer Anbieter. Die Knappheit kommt damit bei denen an, die gar keine Hardware kaufen, sondern Rechenzeit mieten.
Dahinter steht ein Engpass bei HBM. Microns Management erfüllt nach eigener Schätzung nur 50 bis 66 Prozent der Nachfrage seiner Kernkunden, die gesamte HBM-Produktion des Kalenderjahres 2026 ist ausverkauft.
SemiAnalysis nennt HBM die einzige bindende Nebenbedingung des gesamten KI-Aufbaus. Der Engpass bremse inzwischen sogar Nvidias Auslieferungen von Beschleunigern.
Wie stark Consumer-Geräte und KI-Rechenzentren um dieselben Wafer konkurrieren, zeigt eine Modellrechnung derselben Analysten: Ein Schnitt von 25 Prozent bei den Consumer-Lieferungen würde rund 27.690 Millionen Gigabit freisetzen, etwa 80 Prozent der HBM-Nachfrage des Jahres 2026. Je Einheit HBM gehen etwa drei Kapazitätseinheiten DDR5 weg.
Ausgerechnet Micron hinkt bei HBM4 hinter SK Hynix und Samsung her. Steigende Anforderungen an die Pin-Geschwindigkeit verknappen das nutzbare Angebot zusätzlich.
Bemerkenswert ist die Umkehr bei den Margen. Konventionelles DDR-DRAM hat 2026 Margen nahe oder über HBM-Kontraktniveau erreicht. Der Speicher, der jahrzehntelang das Massengeschäft war, verdient jetzt wie ein Premiumprodukt.
Die Lager sind leer. Samsung und SK Hynix kommen zusammen auf unter zehn Tage Bestand, berichtete Chosun Daily am 8. September gestützt auf KB Securities. Der DDR4-Spotpreis stand am 24. September bei 46,107 Dollar, ein 32-Gigabyte-DDR5-Modul von Samsung stieg in neuen Verträgen von 149 auf 239 Dollar.
Samsung hat selbst vor einem branchenweiten Preisanstieg 2026 gewarnt und sichert sich Kapazität über mehrjährige Abnahmeverträge. TrendForce schrieb am 23. September, das DRAM-Angebot bleibe knapp, weil die Hersteller HBM und Server-Speicher vorziehen.
Ob das so weitergeht, ist offen. DIGITIMES berichtete am 25. September, Acer und Phison beurteilten den DRAM-Ausblick unterschiedlich: Acer sieht die PC-Speicherversorgung sich entspannen, Phison nicht. Damit steht eine Herstellerstimme gegen Schenkers Prognose.
Beides sind Einschätzungen von Marktteilnehmern mit eigenen Interessen, keine belegten Angebotsdaten. Der Widerspruch zwischen Acer und Intel über dieselbe Frage steht ebenfalls noch offen, genauso die Warnung von Intel vor dem Engpass. Dass Micron seine 2-Gigabyte-GDDR7-Chips streicht, passt ins Bild: Kapazität wandert dorthin, wo die Marge sitzt.
Einfach erklärt
Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Sammler-Dossier (Tom's Hardware, DIGITIMES) + Newsletter-Sweep (404K Research, SemiAnalysis)
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- Tom's Hardware: DDR5 laptop memory prices surge 6X in 12 months, Schenker raises laptop prices89Redaktionsmedium · 60/61 bestanden
- VideoCardz: XMG says DDR5 SO-DIMM costs increased nearly sixfold, announces €100 to €300 laptop price hikes70Fach-Quelle · 11/11 bestanden
- DIGITIMES: Acer, Phison split on DRAM outlook as PC memory supply eases (25.09.2026)80Redaktionsmedium · 7/7 bestanden
- SemiAnalysis: The Great AI Silicon Shortage80Fach-Quelle · 4/4 bestanden
- 404K Research: SEMI-AI Morning Briefing (28.09.2026, Nebius-Preisrunde)im AufbauFach-Quelle
- Network World: Samsung warns of memory shortages driving industry-wide price surge in 202685Redaktionsmedium · 4/4 bestanden