SK-Chef nennt RAM-Preise „abnorm hoch“ — und prüft eine Speicherfabrik in den USA
Der Chairman der südkoreanischen SK Group, Chey Tae-won, hat die aktuellen Preise für Speicherchips öffentlich als abnorm hoch bezeichnet. Die Branche müsse das Angebot ausweiten, damit die Preise wieder sinken, sagte er nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Medien bei einer Pressebegegnung am Rande eines Branchenforums. Zur SK Group gehört SK hynix, nach Samsung der zweitgrößte Speicherhersteller der Welt — und derzeit einer der größten Profiteure der Preisexplosion.
Cheys Begründung ist eine Markt-, keine Moralfrage. KI-Konzerne könnten höhere Chipkosten in ihre Investitionsbudgets einrechnen. PC- und Smartphone-Hersteller hätten diese Möglichkeit nicht: Sie müssten die Kosten an Endkunden weiterreichen, und dort seien der Preisgestaltung Grenzen gesetzt. Genau dieses Durchreichen bezeichnet er als Chipflation — und will es gedämpft sehen, bevor die Nachfrage kippt.
Die Zahl hinter der Warnung
Die Dringlichkeit lässt sich beziffern. Kunden hätten SK hynix für 2027 zwischen 60 und 100 % mehr KI-Speicher abgefragt als sie in diesem Jahr abnehmen, so Chey. Zugleich weite kein Hersteller sein Angebot im kommenden Jahr nennenswert aus. Die Lücke zwischen Bestellwunsch und Produktionsplan ist damit größer als alles, was die Branche in den vergangenen Zyklen gesehen hat.
Eine US-Fabrik als Antwort — mit langer Zündschnur
Als Reaktion prüft SK laut Chey Standorte für eine neue Fab, ausdrücklich auch in den Vereinigten Staaten. Gesucht werde der Ort, an dem sich am schnellsten und am größten bauen lasse; Südkorea bleibe ebenfalls im Rennen. Eine Entscheidung ist damit nicht gefallen — es handelt sich um eine Prüfung, nicht um eine Investitionszusage.
Bereits beschlossen ist ein kleinerer US-Schritt: rund 4 Mrd. US-Dollar für Advanced Packaging und HBM-Fertigung in West Lafayette, Indiana. Baubeginn ist 2026, der Betrieb soll in der zweiten Jahreshälfte 2028 anlaufen. Das ist der realistische Zeithorizont, den auch ein zusätzliches Werk hätte.
Was das für Käufer bedeutet
Kurzfristig: nichts. Wer heute einen Rechner oder ein Telefon kauft, zahlt weiter die Preise, die sich in den vergangenen Monaten aufgebaut haben — nachzulesen beim Speicher-Schock für PC-Preise und bei den eingebrochenen Smartphone-Auslieferungen.
Die eigentliche Nachricht ist eine andere: Wenn ein Hersteller, dessen Marge von der Knappheit lebt, selbst vor ihr warnt, deutet das auf eine Sorge hin, die über den nächsten Quartalsbericht hinausreicht. Preise, die Endkunden vom Kauf abhalten, zerstören mittelfristig den Absatzmarkt für genau jene Chips, die heute so gut bezahlt werden.
Einfach erklärt
Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Medien-Sweep (Tomʼs Hardware, PC Gamer, Seoul Economic Daily)
Quellenlage: 4 unabhängige SträngeWie wir bewerten →
Hinweis: Die Quellenliste weiter unten auf dieser Seite enthält dieselben Links wie dieser Graph.
- Tomʼs Hardware — Memory chip boss admits RAM prices are abnormally high (20.07.2026)89Redaktionsmedium · 60/61 bestanden
- Seoul Economic Daily — Chey Says SK Reviewing US Sites for Memory Fab (10.07.2026)80Redaktionsmedium · 8/8 bestanden
- PC Gamer — There are limits to how much prices can be raised, says SK hynix chairman about memory crisisim AufbauRedaktionsmedium
- TechPowerUp — SK hynix Explores US Fab Options to Keep Memory Prices Under Control80Fach-Quelle · 6/6 bestanden
- Keine offizielle Stellungnahme im SK-hynix-Newsroom (Stand 21.07.2026) — die Äußerungen fielen bei einer Pressebegegnung am Rande eines Branchenforums und wurden nicht als Unternehmensmitteilung veröffentlicht86Offizieller Kanal · 9/9 bestanden
