KI HardwareBestätigt

Geekom bestätigt Schadsoftware im eigenen Netzwerktreiber, zwei Jahre lang abrufbar

Im LAN-Treiber-Paket für sechs Mini-PC-Reihen von Geekom steckte Malware. Meldungen zu dem Datei-Hash reichen bis Dezember 2024 zurück. Betroffenen wird ein Neuaufsetzen empfohlen.

Der Mini-PC-Hersteller Geekom hat bestätigt, dass in seinem Netzwerktreiber-Paket Schadsoftware steckte. Betroffen sind die Modellreihen A7, A8, AE7, AE8, AX7 Pro und AX8 Pro.

Die Datei heißt Install_PCIE_Win11_11.10.0720.2022_11222022.exe und lag im LAN-Treiber-Ordner. Gefunden hat sie VideoCardz.

Mehrere Virenscanner schlagen darauf an, darunter ClamAV-Signaturen für Malware.Agentb sowie Asruex-Erkennungen, unter anderem Win.Trojan.Asruex. Meldungen zu genau diesem Datei-Hash lassen sich bis Dezember 2024 zurückverfolgen. Die Datei war also mutmaßlich fast zwei Jahre lang abrufbar.

Geekom erklärt den Vorfall mit einer veralteten Support-Seite, die beim Umstieg auf ein neueres Support-System nicht entfernt worden sei. Über die normale Navigation war sie nicht mehr verlinkt, über Suchmaschinen aber weiterhin auffindbar. Das Paket wurde entfernt.

Wer den Treiber installiert hat, sollte den Rechner vollständig neu aufsetzen. Als Minimum empfehlen die Berichte einen Windows-Defender-Offline-Scan.

Eine Klarstellung, weil mehrere Überschriften in die falsche Richtung zeigen: AMD ist nicht betroffen. Es geht um ein Realtek-LAN-Treiberpaket, das Geekom selbst zum Download angeboten hat. Dass in den Geräten AMD-APUs stecken, macht AMD nicht zur Quelle.

Für unsere Leser ist der Fall näher dran, als er wirkt. Geekom-Mini-PCs mit AMD-APU sind eine beliebte Basis für kleine lokale KI-Homelabs, günstig, leise und mit brauchbarer Grafikeinheit. Genau diese Zielgruppe hat den Treiber vermutlich installiert.

Bemerkenswert ist weniger die Malware selbst als der Weg dorthin. Zwei Jahre lag eine infizierte Datei auf einer Herstellerseite, die offiziell gar nicht mehr existierte, und niemand hat nachgesehen. Verglichen mit dem KI-gestützten Angriff auf taiwanische Behörden braucht dieser Weg keinerlei Aufwand: Er stand einfach offen.

Einfach erklärt

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Gefunden über: Medien-Sweep (Tom's Hardware, VideoCardz)

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