Microsoft plus 8 Prozent, Meta minus 10 Prozent: zwei Investitionsoffensiven, zwei Kursreaktionen
Microsoft meldete für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 30. Juni endete, einen Umsatz von 90,0 Milliarden Dollar, ein Plus von 18 Prozent. Das operative Ergebnis stieg ebenfalls um 18 Prozent auf 40,6 Milliarden, das Nettoergebnis um 31 Prozent auf 35,8 Milliarden Dollar. Das verwässerte Ergebnis je Aktie lag bei 4,81 Dollar, ein Plus von 32 Prozent.
Microsoft Cloud kam auf 59,3 Milliarden Dollar, plus 27 Prozent. Azure wuchs um 43 Prozent nach 40 Prozent im Vorquartal und überschritt im Jahr erstmals 100 Milliarden Dollar Umsatz; der Konzernjahresumsatz lag über 331 Milliarden. Der kommerzielle Auftragsbestand beträgt 678 Milliarden Dollar und damit 84 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Investiert wurden im Quartal 41 Milliarden Dollar, ausdrücklich inklusive des Effekts höherer Komponentenpreise. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 kündigte Microsoft über 50 Milliarden Dollar an. Genau diese Anhebung ist der belegte Auslöser für den Kurssprung von rund acht Prozent, was bemerkenswert ist, weil die Aktie vor den Zahlen noch nahe einem Einjahrestief notierte.
Ein Posten in dieser Bilanz verdient eine Präzisierung. Die vielzitierten 3,2 Milliarden Dollar aus der Anthropic-Beteiligung sind kein realisierter Gewinn, Microsoft hat nichts verkauft. Es handelt sich um eine Bewertungsanpassung, ausgewiesen unter „Other income (expense), net“, also um eine Behandlung zum Fair Value. Sie hob das verwässerte Ergebnis je Aktie um 0,33 Dollar, bei einem Gesamtübertreffen von rund 0,50 Dollar über der Analystenerwartung. Gut zwei Drittel des Überraschungseffekts stammen damit aus einer Neubewertung, nicht aus dem Geschäft.
Der Hintergrund dazu: Microsoft steckte im November 2025 fünf Milliarden Dollar in Anthropic, verbunden mit einer Abnahmezusage Anthropics über Azure-Leistungen im Wert von 30 Milliarden Dollar, und die Unternehmensseite von Anthropic wächst weiter. Bei OpenAI fiel der Beitrag im Quartal klein aus, über das Jahr groß: 480 Millionen Dollar im vierten Quartal, über das gesamte Geschäftsjahr 2026 aber 4,96 Milliarden Dollar mehr Nettoergebnis und 0,67 Dollar mehr Ergebnis je Aktie. In den bereinigten Kennzahlen rechnet Microsoft diese Effekte heraus.
Meta legte am selben Tag Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor, mit 60,801 Milliarden Dollar Umsatz und 28 Prozent Wachstum, dem schnellsten seit dem vierten Quartal 2021. Das verwässerte Ergebnis je Aktie kam auf 6,18 Dollar bei einer Analystenerwartung von 7,22 Dollar. Investiert wurden im Quartal 30,116 Milliarden Dollar, der Capex-Ausblick für 2026 steigt auf 130 bis 145 Milliarden.
Der freie Cashflow betrug 784 Millionen Dollar nach 8,55 Milliarden im Vorjahresquartal, ein Minus von 91 Prozent. Reality Labs verbuchte einen operativen Verlust von 4,619 Milliarden Dollar bei 431 Millionen Umsatz. Die Aktie fiel nachbörslich am 29. Juli um bis zu zehn Prozent; welche Rolle dabei die neue Cloud- und Agentenstrategie spielt, hat der Konzern selbst offengelassen. Moody’s hatte den Zusammenhang zwischen KI-Investitionen und Finanzierungsfrage Ende Juli auf die Kreditqualität bezogen.
Bemerkenswert ist eine Nebenzeile aus Redmond. Microsoft schreibt die höheren Komponentenpreise ausdrücklich in die eigenen Investitionszahlen, kann sie also aus einem Auftragsbestand von 678 Milliarden Dollar heraus tragen. Dieselbe Verteuerung trifft am anderen Ende der Kette die Gerätehersteller, wo Qualcomm sie an die Industrie weitergibt. Ein dokumentierter Zusammenhang ist das, keine Vorhersage.
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Faktencheck & Quellen
Gefunden über: Medien-Sweep (CNBC, TechCrunch, The Register)
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- Microsoft — FY26 Q4 Earnings Release (Primärquelle)im AufbauOffizieller Kanal
- Meta Investor Relations — Q2 2026 Results (Primärquelle)im AufbauOffizieller Kanal
- CNBC — Microsoft übertrifft Cloud-Erwartungen89Redaktionsmedium · 81/82 bestanden
- TechCrunch — 3,2 Milliarden Dollar aus der Anthropic-Beteiligung89Redaktionsmedium · 57/58 bestanden
- The Register — Microsoft-Quartalszahlen90Redaktionsmedium · 7/7 bestanden
- CNBC — Meta-Aktie nach dem Ausblick89Redaktionsmedium · 81/82 bestanden